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Die erste digitale Tankkarte

Die Firma Autosense vernetzt Autos aller Marken und beinahe jeden Alters und ermöglicht diverse Dienstleistungen. Der vernetzten Mobilität gehört die Zukunft – nicht nur wegen der selbstfahrenden Autos.
Bruno Knellwolf
Patrik Roslund von Autosense zeigt nach dem Tanken die Abrechnung auf seinem Smartphone. (Bild: Bilder: Bruno Knellwolf)

Patrik Roslund von Autosense zeigt nach dem Tanken die Abrechnung auf seinem Smartphone. (Bild: Bilder: Bruno Knellwolf)

Autonome Fahrzeuge sind im ­Gespräch. Bis solche auf unseren Strassen herumfahren, werden aber noch Jahre vergehen. Das sagt Philipp Wetzel, Leiter des ­Innovation & Venture Lab der Amag, des grössten Automobil-Importeurs in der Schweiz. Sollen selbstfahrende Autos wirklich einmal alltäglich werden, müssen diese in Echtzeit miteinander vernetzt sein. Konnektivität wird das genannt, und diese ist – autonomes Fahren hin oder her – schon weit fortgeschritten. Etwa ein Viertel der neuen Autos ist mit einer SIM-Karte ausgerüstet, um die Vernetzung permanent zu gewährleisten.

Vernetzt müssen Autos auch für die diversen neuen Geschäftsmodelle in der Autobranche sein. Zum Beispiel, wenn es darum geht, Autos zu leihen oder zu teilen. Für funktionierende Carsharing-Modelle muss der Zugriff auf die Daten eines Autos immer möglich sein. Das Auto als Ding im Internet. «Die Fahrzeuge werden digitaler und müssen mit der Aussenwelt kommunizieren», sagt Wetzel. Eine Notwendigkeit angesichts langer Stauzeiten in den Ballungszentren, schneller Urbanisierung, schlechterer Verkehrsbedingungen und stärkerer Regulation. «Öffentlicher und ­Individualverkehr, Zweirad- und Langsamverkehr werden ineinanderfliessen», sagt Wetzel.

Da tun sich Geschäftsfelder auf, für die Vernetzung zentral ist. Diesen Service bietet neu die Firma Autosense in Zürich, die zur Hälfte der Amag und der Swisscom gehört und im Juni gegründet worden ist. «Wir vernetzen alle Fahrzeuge, egal welcher Marke und mit welchem Alter», sagt Jan Vossen von Autosense. Uralt dürfen die Autos nicht sein, mindestens Baujahr 2001 bei einem Benzinmotor und 2004 bei einem Dieselmotor müssen die Fahrzeuge haben. Dann können sie mit einem 69 Franken teuren Adapter, in dem eine SIM-Karte steckt und der dazugehörenden Autosense-App vernetzt werden. Adapter im Fussbereich installieren, App herunterladen und einloggen – fertig.

Viele Autoinformationen auf dem Smartphone

«Damit habe ich mein Auto auf meinem Handy», sagt Vossen. Darauf lassen sich verschiedene Informationen über sein Fahrzeug ablesen: Der Treibstoffstand, die gefahrenen Kilometer, eine Eco-Drive-Statistik, aus der abgelesen werden kann, wie effizient jemand gefahren ist. «Zum Beispiel wie viele abrupte Bremsbewegungen jemand gemacht hat», sagt Patrik Roslund von Autosense. Ablesbar ist auch ein Fahrtenbuch, auf dem zu sehen ist, wo das Auto überall hingefahren ist. Das dient in erster Linie Flottenmanagern von Firmen, welche eine Fahrzeugpalette verwalten müssen. Wenn ein Auto einen Schaden hat, kann der Flottenmanager dank der Aufzeichnungen im Fahrtenbuch kontrollieren, ob dieser bei einer Kollision auf der Strasse verursacht worden ist oder ob es sich um einen Parkschaden handelt. Kontrollieren lässt sich auch, wie sparsam ein Fahrer unterwegs ist.

Stutzen rein, tanken und fertig

Für den privaten Autofahrer interessant ist, dass «wir die erste digitale Tankkarte der Schweiz anbieten», sagt Roslund. In Zusammenarbeit mit der Migrol ist es möglich, «digital» zu tanken. Will heissen: Stutzen rein, tanken und fertig. Der Treibstoff im richtigen Stutzen wird automatisch freigegeben, eine Verwechslung von Benzin und Diesel ist nicht möglich, und die Rechnung wird gleich über das Handy beglichen. «Wir werden weitere Services aufbauen», sagt Roslund. Z. B. beim Parking. Vorerst in der Stadt Zürich soll dank Autosense die Parkplatzsuche erleichtert werden inklusive Tarifangabe und digitaler Bezahlung. Allerdings nur in den weissen Zonen. Parkhäuser ziehen das Geld weiterhin lieber direkt ein. In Zukunft ist auch ein Pannendienst geplant und die Zusammenarbeit mit Versicherungen. Neue Modelle könnten so möglich werden, erklärt Roslund. Zum Beispiel, dass Autofahrer, die ihr Auto wenig brauchen, weniger Prämien zahlen. Das ökologische, sparsame Fahren könnte belohnt werden. Solche Pay-per-Use-Versicherungsmodelle würden das Portemonnaie schonen und der Umwelt helfen.

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