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Go pink, mach's wie der Flamingo

Von Zuckerwatte bis Shocking Pink: Designer zelebrieren diesen Sommer die Farbe Rosa. Auch Flamingos signalisieren damit, dass sie eine gute Partie sind.
Helen Lagger
Je kräftiger das Rosa des Federkleids, desto besser die Chancen auf dem Heiratsmarkt. (Bild: PD)

Je kräftiger das Rosa des Federkleids, desto besser die Chancen auf dem Heiratsmarkt. (Bild: PD)

Manchen ist die Farbe ein Dorn im Auge: Rosarot. Dabei ist der als Kleinmädchenfarbe verschriene Ton einfach nur toll. Rosa besänftigt und baut Aggressionen ab. Warum sonst würde man Zellenwände in dieser Farbe streichen, um renitente Gefängnisinsassen innert kurzer Zeit in Lämmer zu verwandeln?

So geschehen im Experiment des US-Psychiaters Alexander Schauss, der bereits in den Siebzigerjahren erfolgreich auf Farbpsychologie setzte.

Blick durch die rosa Brille

Der Blick durch die rosa Brille hingegen beinhaltet einen Tick zu viel des Wohlwollens und kann in die Irre führen. Und wer rosa Elefanten sieht, ist dem Delirium tremens nahe. Schönfärberei betreiben Tiere im rosa Kleid. Das Federkleid des Flamingos schimmert rosa wegen seiner Ernährung.

Exemplare von besonders kräftigem Rosa kommunizieren entsprechend, dass sie wohlgenährt und somit eine gute Partie sind. In der Kunst hatte die Farbe ihren grossen Auftritt im 18. Jahrhundert. Rokokomaler wie Jean-Honoré Fragonard (1732–1806) malten nicht nur rosiges Fleisch, sondern auch wunderbare Stoffe in der Farbe, die in Träumen als Ausdruck geheimer Sehnsüchte gilt. So trägt etwa die Frau in seinem Bild «Die Schaukel» (1767) ein vom Wind aufgebauschtes Kleid in Rosa.

Was Mode anbelangt, ist Rosa zwischenzeitlich ein wenig in Verruf geraten. In den Nullerjahren stöckelte Hotelerbin Paris Hilton von Kopf bis Fuss in Pink ge­kleidet über die roten Teppiche – augenfällig zwar, aber wenig elegant. Barbie-Alarm auch in den Kinderzimmern: Seit aggressives Gendermarketing Rosa für kleine Mädchen reserviert, wenden sich grosse Mädchen von der ­Farbe ab.

Jumpsuit von Tom Ford (Bilder: PD)
Rüschenkleid von Lavin.
Kleid von Versace.
Geraffter Zweiteiler von Stella McCartney.
Rosa von Kopf bis Fuss bei Versace.
5 Bilder

Höchste Zeit für ein Comeback

Rosa ist vielfältig in seinem Ausdruck. Oder anders gesagt: Es muss nicht immer Jackie Kennedys Chanel-Kleid sein. Diesen Sommer ist Rosa all over Trumpf: Hosenanzüge, Shorts, Gürtel, Sonnenbrillen und Schuhe werden wild kombiniert. Stardesigner Tom Ford setzt auf Shocking Pink, einen fast schon fluoreszierenden Ton, den die Modewelt der exzentrischen Designerin Elsa Schiaparelli (1890–1973) zu verdanken hat. Der smarte Texaner schlägt ausserdem die Kombination mehrer Rosatöne vor und lässt altrosa Shorts auf einen Blazer in sattem Pink treffen. Bei Stella McCartney sind Hose und Oberteil hingegen im gleichen Farbton, ebenfalls einem starken Pink, was lässig wie ein Trainingsanzug daherkommt. Versace und Lanvin setzen stattdessen auf blasse Nuancen, die an Softeis oder Zuckerwatte denken lassen. Während manche Kreationen dank Glanzeffekten ein wenig futuristisch daherkommen.

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