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Kolumne

«Tatort»: Die Hölle der Notaufnahme

Ein Kriminal-Inferno ist er nicht gerade, der aktuelle «Tatort» aus Dortmund. Trotz Kommissar Faber.
Susanne Holz

«Inferno», so ist die 14. «Tatort»-Folge aus Dortmund betitelt. Gewöhnt an eine relativ hohe Dramatik beim Team um den kaputten Kommissar Faber (Jörg Hartmann), fragt man sich jedoch die ganze Zeit, von was für einem Inferno, von was für einer Hölle denn hier nun eigentlich die Rede ist?

Erst ganz zuletzt entwickelt diese lauwarme Folge eine gewisse tragische Kraft – zuvor schleppen sich die Ermittlungen im Mordfall um eine tot aufgefundene Internistin im Ruheraum einer Notaufnahme. Ein Mord, der kaum ausgeleuchtet wird und nicht nur realitätsfern, sondern auch seltsam irrelevant anmutet. Und was die vier Kommissare betrifft: Auch hier beschleicht einen das traurige Gefühl von Belanglosigkeit.

Was waren das noch für Zeiten, als ein brillant wütender Faber Waschbecken zertrümmerte und in seinem alten Parka von innen leuchtete. Nun: Hat man es mit einem Faber zu tun, den Albträume plagen und der völlig unglaubwürdig neben sich steht. Kollegin Bönisch (Anna Schudt) agiert souverän wie immer – kennt man, während Kollegin Dalay (Aylin Tezel) erneut eine Panikattacke mimen muss – kennt man also auch. Kollege Pawlak (Rick Okon) könnte eine durchaus interessante Figur sein, wird aber vom Drehbuch (Markus Busch) kaum berücksichtigt.

Hat der Dreh in einer realen Notaufnahme dem Filmteam solche Demut abgerungen, dass die eigene Arbeit in den Hintergrund trat? Das wäre eine Erklärung für einen «Tatort» aus Dortmund, bei dem weder Story, noch Darsteller, noch die gezeigten Bilder überzeugen können. So gross der Respekt vor der «Hölle Notaufnahme», dass das Kriminal-Inferno verblasst und verpufft.

«Tatort» aus Dortmund: «Inferno». Heute Sonntag, 20.05 Uhr, SRF 1.

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