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Kindersache: Bei den Bienen hat die Königin nichts zu melden

Dieses Jahr gibt es viele Kirschen und Äpfel. Das ist auch den Bienen zu verdanken, welche die Blüten bestäuben. Sie leben als Volk und haben schon früh im Jahr viel Personal für ihre wichtige Aufgabe.
Jacqueline Schilling
Die Königin inmitten ihres Hofstaats: Sie hat einen deutlich längeren Hinterleib als die Arbeiterbienen und legt ungefähr 1500 Eier pro Tag. (Bild: Ralph Orlowski/Getty)

Die Königin inmitten ihres Hofstaats: Sie hat einen deutlich längeren Hinterleib als die Arbeiterbienen und legt ungefähr 1500 Eier pro Tag. (Bild: Ralph Orlowski/Getty)

Die Faszination für Bienen begleitet Eliane Belz schon seit sie ein kleines Mädchen war. Ihr Berufswunsch war deshalb schon früh klar: Imkerin. Nach dem Praktikum in Frankreich war, wie sie sagt, «die Poesie weg». 1000 Völker, tagelanges Etikettieren, riesige Chromstahltanks und Lastwagen. Alles ein paar Nummern zu gross. Schliesslich ist sie Primarlehrerin geworden – und Imkerin geblieben.

Immer mal wieder sind Bienen in der Schule Thema. Dann steht ein Bienenkasten im Lehrerzimmer, so wie jetzt. Über einen dicken Schlauch können die Bienen kommen und gehen. Allerdings nur jene, die zum Volk gehören. Die Wächterbienen sorgen dafür, dass sich kein fremdes Tier einschleicht. Ungefähr 20-mal pro Tag fliegen die Bienen aus. Sie sind blütenstet. Das bedeutet: Bienen bleiben bei der gleichen Blütenart, bis die Nektarquelle versiegt. Das kann mit der Tageszeit zu tun haben oder ist dann der Fall, wenn die Blüte verblüht. Jede Pflanze hat ihre Zeit, in der sie Nektar gibt. «So können auch unscheinbare Blumen an Randzeiten Besucher gewinnen», sagt Eliane Belz.

Bienen sammeln Nektar, um daraus Honig herzustellen, und Blütenstaub als Eiweissfutter für die jungen Bienen. Linde und Apfelbaum beispielsweise geben ganz viel Nektar und Blütenstaub ab, die Akazie viel Nektar. Die Haselnuss spendet Blütenstaub. Nur das, was die Bienen unterwegs an Blütenstaub verlieren, dient der Bestäubung von Pflanzen.

Bienen sind gut organisiert und sehr direkt

Die Königin ist mit ungefähr zwei Zentimetern die Grösste von allen und der Chef, hat aber nicht so viel zu melden, wie man immer denkt. Sie hat nur eine einzige Aufgabe: Eier legen. Schon mit acht Tagen geht die Königin auf Hochzeitsflug. Ihr Ziel: Plätze, wo die Drohnen, die Männchen, sind. Nach der Paarung fliegt sie zurück. Ihre Eier sind noch unbefruchtet. Die Königin kann nämlich selber entscheiden, ob sie Männchen oder Weibchen legt. So oder so: Es sind ungefähr 1500 Eier pro Tag. Wie bei den Schmetterlingen werden auch die Bieneneier zu Würmchen, die sich dann verpuppen.

Vom Ei zur Biene dauert es 21 Tage bei den Weibchen, 24 bei den Männchen. Die Königin schlüpft schon nach 16 Tagen. Dass die Königin schneller sein muss in der Entwicklung als alle anderen, hat einen Grund: Ohne sie stirbt das ganze Volk. Wenn im Sommer das Bienenvolk ganz stark ist, gibt’s einen Bienenschwarm, das heisst, die Königin geht weg und nimmt die Hälfte des Volkes mit. Dann braucht die «alte Hälfte» eine neue Chefin. Wer das wird, entscheiden die Arbeiterinnen. Sie füttern die Auserkorene ohne Pause, umsorgen und betüddeln sie.

Das Wachs für den Bau der Waben produzieren die Bienen selber. Über Drüsen am Bauch schwitzen sie Wachsplättchen raus. Mit ihren Mundwerkzeugen bauen sie daraus Waben. Die grossen Waben sind «Nester» für die Bieneneier und Vorratskammern für Nektar und Blütenstaub. Futter für die Brut und die geschlüpften Jungbienen liegen so nah beieinander.

Ein Bienenvolk wiegt so viel wie ein Neugeborenes

Das Wachs für den Bau der Waben produzieren die Bienen selber. Über Drüsen am Bauch schwitzen sie Wachsplättchen raus. Mit ihren Mundwerkzeugen bauen sie daraus Waben. Die grossen Waben sind «Nester» für die Bieneneier und Vorratskammern für Nektar und Blütenstaub. Futter für die Brut und die geschlüpften Jungbienen liegen so nah beieinander.

Bienen haben ein eigenes Meldesystem. Entdeckt eine unterwegs eine besonders ergiebige Quelle, fliegt sie zurück und informiert ihre Kolleginnen. Das tut sie mit einem Tanz – und einer Kostprobe. Ein Bienenvolk besteht aus etwa 30'000 Bienen. Es wiegt 3,5 Kilo. Soviel wie ein Neugeborenes. Bienen sind gut organisiert und sehr direkt. Ist die Imkerin unkonzentriert, stechen sie sofort.

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