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Kolumne

Postkarte aus Istrien: Lovran, die Lorbeerperle

Rudolf Gruber

Im Schatten berühmter Ferienorte findet sich manch versteckte Perle – wie Lovran im Nordosten der Halbinsel Istrien. Der erste Eindruck: schmucke Villen, verwinkelte Gässchen, wohltuende Stille. Lovran ist die kleine Schwester von Opatija (einstmals Abbazia); früher arme ­Fischerdörfer, die in der Habsburger ­Monarchie zu mondänen Kurorten an der Adria erblühten. Viele der einstigen Adelsvillen sind heute Luxuspensionen mit wohlklingenden Namen wie «Astra», «Magnolia» oder «Santa Maria». Am Lungomare, der kilometerlangen Promenade am felsig-zerklüfteten Ufer, kurte sich schon die Wiener Hofgesellschaft gesund. Das milde Meeresklima würzt ein leicht herber Duft der hier typischen Lorbeerbäume und -sträucher, denen Lovran auch seinen Namen verdankt; das kroatische «lovor» bedeutet Lorbeer. Einheimische und Touristen schätzen vor allem die Nebenwirkung – das Odeur schreckt Insekten ab. Die Ferien lassen sich hier ganz ohne Mückenstiche geniessen. Allein dafür gebührt Lovran ein Lorbeerkranz.

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