Glosse

Die Menscheit braucht mehr Roboter

Scharfgezeichnet – Mehr digitale Diener braucht die Menschheit: Sie sortieren Medikamente, verkaufen frischen Alpkäse und jagen sogar Räuber in die Flucht.

Michael Genova
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«Hui Buh», der neue Roboter der Rotpunkt Apotheke in Gossau sucht und sortiert Medikamente – auch in der Nacht. (Bild: Elena Fasoli)

«Hui Buh», der neue Roboter der Rotpunkt Apotheke in Gossau sucht und sortiert Medikamente – auch in der Nacht. (Bild: Elena Fasoli)

Dies ist eine Kolumne der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Die Rotpunkt-Apotheke in Gossau hat nun ein eigenes Schlossgespenst. Hui Buh heisst der gute Geist, der im Hintergrund den Apothekerinnen unter die Arme greift. Ohne Murren räumt der Roboter Medikamente ein, rast in den Keller und befördert den gewünschten Artikel sekundenschnell auf die Ladentheke. Selbst wenn die Apothekerinnen schlafen, geht die Arbeit für Hui Buh weiter. Er kontrolliert die Verfallsdaten und sortiert die Medikamente neu ein.

Einen digitalen Diener sollte heutzutage jede Firma haben – auch das Juweliergeschäft Bucherer. Am Montag rammten Einbrecher mit einem Auto den Eingangsbereich der St. Galler Filiale. Sie erbeuteten Uhren und Schmuck im Wert von mehreren hunderttausend Franken. Die Räuber hätten wohl nicht schlecht gestaunt, wenn hinter dem eisernen Rollladen ein elektronischer Securitas auf sie gewartet hätte. Bis nach Teufen wären sie bestimmt nicht gekommen. Dort hat die analoge Polizei gestern das leere Fluchtauto in einer Tiefgarage entdeckt.

Mehr Roboter braucht die Menschheit. So viel ist klar. Die Strukturkrise der Landwirtschaft wäre damit auf einen Schlag gelöst. Das hat die Zürcher Bäuerin Margrit Abderhalden längst kapiert. Ihre Kühe verbringen den Alpsommer in Malbun oberhalb von Buchs. Derweil verkaufen ihre drei «Alpomaten» in Zürich den Städtern selbstständig frischen Alpkäse und Alpbutter.