Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Die Wölfe sind unter uns - und sie jagen Bienen

Momentan kann man sich der Wespen kaum erwehren. Die Wespe namens Bienenwolf hat es aber nicht auf unser Essen abgesehen, sondern auf Honigbienen.
Siegfried Keller
Der Bienenwolf transportiert eine gelähmte Biene. (Bild: SK)

Der Bienenwolf transportiert eine gelähmte Biene. (Bild: SK)

Räuberische Insekten werden im Volksmund gerne nach Raubwild benannt wie beispielsweise der Ameisenlöwe, der Blattlauslöwe, die Falkenlibelle oder eben auch der Bienenwolf. Während es sich bei ersteren um genau definierte Arten oder Gruppen nahe verwandter Arten handelt, wird die Bezeichnung «Bienenwolf» auf zwei ganz verschiedene Insekten angewendet. Zum einen handelt es sich um einen Buntkäfer, dessen Larven sich am Nachwuchs von Wildbienen gütlich tun, zum anderen handelt es sich um eine Wespe aus der Familie der Grabwespen.

Und diese Bienenwölfe sind etwas grösser als Honigbienen und sehen den bekannten Wespen ähnlich. Sie sind ab etwa Anfang Juli aktiv. Ihr bevorzugter Lebensraum sind warme, trockene und vegetationsarme Standorte.

In unserer Region bieten Kiesgruben die besten Chancen, sie zu beobachten. Dort graben sie ihre Brutröhren, wobei sie die Sandbänder in steilen Abbrüchen bevorzugen. Die Brutröhre kann mehr als einen Meter lang sein und endet in mehreren Kammern, in denen der Nachwuchs herangezogen wird.

Ein Stich in die wenig gepanzerte Hüfte

Die Nachkommenschaft ernährt sich von Honigbienen, die das Wespenweibchen beim Blütenbesuch erbeutet. Hat der Bienenwolf ein mögliches Opfer ins Auge gefasst, nähert er sich im Schwirrflug bis auf einige Zentimeter. Ist das Opfer auch geruchlich identifiziert, stürzt er sich auf sein Opfer und lähmt es blitzschnell mit einem Stich in die wenig gepanzerte Hüfte. Damit ist auch klar, wie die Wespe zu ihrem deutschen Namen gekommen ist. Zeigt die Biene keine Regung mehr, wird sie vom Bienenwolf massiert, um aus dem Honigmagen den gesammelten Nektar auszupressen und ihn dann aufzulecken – so quasi als Lohn für die erfolgreiche Jagd.

Nun ist Schwerarbeit angesagt: Die Wespe macht die gelähmte Biene transportbereit. Sie legt sie auf den Rücken und umklammert sie mit den Beinen. Bauch an Bauch fliegt sie nun mit der fast gleich schweren Beute zur Brutröhre, die auch aus grosser Distanz zielsicher angeflogen wird. Nach kurzer Nahorientierung verschwindet die Biene sofort in der Höhle. In die Kammern werden meist drei bis sechs Honigbienen eingetragen. In jeder Kammer legt das Bienenwolfweibchen ein Ei, aus dem kurz darauf die Wespenlarve schlüpft. In den Kammern mit drei bis vier Bienen entwickeln sich die kleineren Männchen, in jenen mit fünf bis sechs Bienen entstehen Weibchen. In den Kammern erfolgen auch Verpuppung sowie Überwinterung.

Pestizide sind schlimmer

Obwohl Bienenwölfe einige Dutzend Honigbienen für ihren Nachwuchs erbeuten, stellen sie keine Gefahr für ein Bienenvolk dar, das in der Regel aus über 30000 Individuen besteht. Verluste durch andere Ursachen wie Insektizide, Parasiten und Krankheiten sind ungleich höher. Umgekehrt aber ist der Bienenwolf gefährdet, weil die ihm zusagenden Lebensräume immer seltener werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.