Getestet

Dieser Roller verspricht vollere Lippen dank schmerzhafter Nadeltherapie – Lohnt sich das?

Für 120 Euro und ein wenig selbst herbeigeführten Schmerz soll es die perfekten Lippen geben. Das Konzept überzeugt unsere Autorin nicht.

Deborah Gonzalez
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Der «Lippen Booster» von Secret Lips.

Der «Lippen Booster» von Secret Lips.

Bild: zvg

Volle Lippen à la Angelina Jolie. Will das nicht jede? Ich auf jeden Fall. Na ja, nicht so übertrieben, aber ein bisschen voller könnten sie schon sein. Wie bekomme ich das hin, ohne mir etwas in meine Lippen spritzen zu lassen? Sie mit einem Lipliner einfacher grösser malen?

Sieht man sofort. Die Lippen pigmentieren lassen? Macht keinen allzu grossen Unterschied. Lipgloss mit Minze und Chilli benutzen? Reizt die Lippen und lässt sie grösser wirken. Hält aber nicht lang.

Ich wollte schon aufgeben, als ich auf Instagram einen Lippen Booster von «Secret Lips» entdeckte. Die Vorher-Nachher Fotos sehen beeindruckend aus, die Kommentare lassen auf das Beste hoffen.

Ich bestellte das Set. Geliefert wurden ein Lip-Boosting-Roller und ein Serum. Der Roller hat 540 Präzisionsnadeln, welche die erste Hautschicht der Lippen durchdringen. Das klingt nicht nur schmerzhaft, das tut wirklich höllisch weh.

Zwei Minuten lang rolle ich also, wie in der Anleitung beschrieben, mit ausreichend Druck horizontal und vertikal über die Lippen. Schon nach 30 Sekunden schmerzen meine Lippen.

Die restlichen anderthalb Minuten grenzen an eine Qual. Es fühlt sich an, als ob ich auf einer offenen Wunde rubble. Was ich ja auch tue, die Nadeln verursachen kleine Verletzungen, die dann die Lippen anschwellen lassen. So entsteht der Boost-Effekt.

Trotz der Schmerzen mache ich weiter. Nach dem Rollen muss das Serum aufgetragen und einmassiert werden. Gesagt, getan. Aber meine Lippen sehen trotz der Tortur nur minimal voller aus. Dann doch lieber mit einem Lippenstift etwas tricksen.

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