Automatische Verfolgung

Diese Drohne hat das Zeug zum Stalker

Ein US-amerikanisches Start-up tüftelt an einer Drohne, die weder einen Piloten noch einen GPS-Sender braucht, um zu fliegen. Hat sie ein Ziel erfasst, folgt sie ihm automatisch. Stalker-Alarm? Der Gründer dementiert.

Mark Walther
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Mit dieser Drohne lassen sich Menschen, Tiere und Fahrzeuge verfolgen
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Auf dem Smartphone wird das Ziel ausgewählt, das die Drohne begleiten soll.
Per Klick auf den blauen Startknopf geht die Verfolgung los.
Nicht nur Sportler, auch Haustiere oder Fahrzeuge kann der Quadcopter begleiten.

Mit dieser Drohne lassen sich Menschen, Tiere und Fahrzeuge verfolgen

airmind

Sie filmt Demonstrationen von oben, dient Technikfreunden als Spielzeug und sorgte sogar schon für einen Spielabbruch im Fussball: Die Drohne. Über den Online-Ladentisch geht sie wie warme Semmeln. Das US-amerikanische Start-up Airmind will jetzt eine Drohne lancieren, die ohne Piloten und GPS-Sender auskommt, einem Ziel dafür automatisch folgen und es filmen kann.

Laut Airmind wird «Mind4» die erste Drohne sein, die auf dem Betriebssystem Android basiert. Befehle nimmt der smarte Quadcopter über ein Smartphone-App entgegen. Mit einer eingebauten HD-Kamera liefert die Drohne Bilder auf das Handy. Der User bestimmt ein Ziel und drückt den Startknopf. Dank integriertem Autopilot bleibt die Drohne dem gewählten Objekt automatisch auf den Fersen – sei es dem Benutzer selbst, einem Tier oder einem Fahrzeug. Dabei filmt sie das zu verfolgende Objekt von bis zu 20 Meter über und 50 Meter hinter ihm.

Wer braucht sie – Sportler oder Stalker?

Geht es nach Airmind-Gründer Ning Lu, wird «Mind4» dereinst vor allem von Sportlern eingesetzt: Skifahrer, Surfer und Velofahrer sollen so ihre spektakulären Jumps und Fahrten festhalten können. Allerdings birgt die intelligente Drohne auch Missbrauchspotenzial: Stalker könnten das Fluggerät einsetzen, um ihre Opfer unbemerkt zu filmen.

Dem widerspricht Lu jedoch. «Diese Technologie ist nicht geeignet, um Leute zu stalken», sagt er gegenüber «CNN». Die Drohne sei zu gut sichtbar und könne in öffentlichem Raum nur schwer inkognito fliegen.

Auch soll «Mind4» auf Gesten reagieren können. Winkt der Benutzer mit der rechten Hand, kommt die Drohne näher, zwei Arme nach oben lassen sie ein Foto schiessen, auf den Boden zeigen bedeutet: landen!

Crowdfunding eröffnet

Auf kickstarter.com sammelt das Start-up nun Geld, um mit dem Bau der Drohne beginnen zu können. 100'000 US-Dollar soll das Crowdfunding einbringen. Geht alles nach Plan, sollen die ersten Stücke im September 2015 zur Auslieferung bereit stehen.

Es gibt bereits Drohnen, die einem Ziel automatisch folgen und zwar mittels GPS-Ortung. Lu nennt die Nachteile dieser Technologie: Sie funktioniere nicht reibungslos in geschlossenen Räumen. Auch könne die Ortung um bis zu 20 Meter daneben schlagen.