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DRINK: Wie der Caipirinha am besten gelingt

Rio grüsst olympisch – und wir grüssen zurück. Mit einem «Caipi». Barprofis sagen, worauf es beim brasilianischen Kultgetränk ankommt.
Ein Caipirinha, gemixt von Ewa in der Churrascaria Do Sul an der Zürichstrasse 66 in Luzern. (Bild: Manuela Jans (Neue Luzerner Zeitung))

Ein Caipirinha, gemixt von Ewa in der Churrascaria Do Sul an der Zürichstrasse 66 in Luzern. (Bild: Manuela Jans (Neue Luzerner Zeitung))

Christian Meyer

Jetzt sind sie im Gange, die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Fans sitzen stundenlang vor dem Fernseher – und kommen dabei vielleicht auf die Idee, zur Nonstop-Show am TV auch mal einen Hauch brasilianischer Atmosphäre herbeizuzaubern.

Nichts leichter als das: Laden Sie Ihre Freunde oder Ihre Familie zu einem Caipirinha ein. Dieser Limetten-Zuckerrohrschnaps-Cocktail hat längst seinen Siegeszug rund um den Erdball angetreten und gilt heute als das brasilianische Nationalgetränk schlechthin.

Limetten: Je frischer, je besser

Wie angedeutet, handelt es sich um ein sehr einfaches Rezept. Dennoch gilt es, einige Dinge zu beachten, damit der Caipi möglichst authentisch schmeckt. Ins Deutsche übersetzt bedeutet Caipirinha übrigens am ehesten Landei oder Unschuld vom Lande.

Der amtierende Cocktail-Weltmeister Andy Walch hat folgende Tipps parat: Limette kurz in warmem Wasser waschen, dann die Zitrusfrucht mit einem Tuch abreiben. Anschliessend die Limette achteln und in einen Whisky-Tumbler oder in ein weites, gedrungenes Wasserglas geben. Walch empfiehlt immer frische, grosse, saftige Limetten. Je frischer, desto besser. Dann die Limette mit einem speziellen Stössel zerdrücken. Dieser Stössel ist im Handel erhältlich, auch in Sets zusammen mit Gläsern. Wer keinen Holzstössel zur Hand hat, kann sich mit einer kleinen Suppenkelle behelfen. Anschliessend zwei Barlöffel weissen Rohrzucker dazugeben.

Zucker muss sich auflösen

Und jetzt kommt das Entscheidende aus dem Munde des Meisters: «Sehr oft bekommen wir hier einen Caipi mit braunem, grobem Rohrzucker serviert – und dieser liegt am Ende immer noch auf dem Glasboden. Das haben alle Liebhaber dieses Drinks bestimmt schon mal erlebt. Aber so schmeckt er nicht. Denn wenn sich der Zucker nicht auflöst, kann er seine Süsse nicht an den Drink weitergeben.»

Nun gibt es Leute, die auf den Geschmack des braunen Rohrzuckers nicht verzichten möchten, obschon in Brasilien meist weisser Rohrzucker verwendet wird. Walch empfiehlt in diesem Fall, den groben, braunen Rohrzucker in einem Mixer zu mahlen und eins zu eins mit weissem, feinem Zucker zu mischen. So löse sich das Gemisch im Nu auf.

Eiswürfel statt Crushed Ice

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Zubereitung: «Wir in Europa kennen den Caipi meist mit zerstossenem Eis, sogenanntem Crushed Ice. In Brasilien dagegen verwenden die Leute normale Eiswürfel. Auch ich persönlich bevorzuge ganze Eiswürfel», sagt der 27-jährige gelernte Hotelier aus dem Vorarlberg, der vor der Weltmeisterschaft zweimal den Titel des Schweizer Cocktailmeisters erkämpft hat. Doch auch das sei Geschmackssache. «Ich überlasse es Ihnen, wie Sie Ihren Caipirinha zubereiten möchten.» Jedenfalls giesst man danach 5 cl Cachaça über das Eis. «Dann kurz umrühren, damit sich alle Zutaten vermischen und der Zucker sich auflöst. Mit einer Limettenscheibe dekorieren – und fertig ist Ihr Caipi.»

Billiger Fusel: Hände weg

Welchen Cachaça (ausgesprochen «Kaschassa») empfiehlt der Barkeeper? Er hält sich an die in der Schweiz verbreiteten Premium-Marken wie Ypióca Cachaça, Capucana, Leblon, Sagatiba Pura und Germana Brazil Cachaça. Und worin besteht der wichtigste Unterschied zu Rum, dessen Rohmaterial ebenfalls Zuckerrohr ist? Während Cachaça ausschliesslich aus Zuckerrohrsaft beziehungsweise -sirup hergestellt wird, brennt die grosse Mehrheit der Rum-Produzenten ihr Destillat aus Melasse, einem «Abfallprodukt» der Zuckerproduktion.

Patricia Demartin, Chefin des Restaurants Little Brasil in Zürich, empfiehlt für die Caipi-Herstellung die Cachaça-Marke Ypióca, eventuell 51 oder auch Pitu. Wie Walch hält sie gar nichts von Crushed Ice und empfiehlt Eiswürfel, wie man sie in jedem Tiefkühlfach eines Kühlschranks herstellen kann.

Bei der Zubereitung des Caipirinhas wendet sie ausserdem einen kleinen Kniff an. «Damit der Limettensaft den Zucker gründlich auflöst, lassen Sie die Zubereitung vor dem Auffüllen ein paar Minuten stehen und rühren anschliessend nochmals durch. So entsteht das typisch fruchtig-frische, süss-saure Geschmackserlebnis», sagt die gebürtige Brasilianerin. Na dann, Prost auf Rio!

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