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DS ist schon elektrisch

Im Rahmen des Automobilsalons in Genf stellt die französische Automarke DS ihren Elektrisierungspläne vor. Vorbild ist Norwegen, wo die Elektromobilität stark gefördert wird.
Bruno Knellwolf

Die französische Marke DS setzt auf Elektromobilität. Das machen andere auch, doch bei DS ist die Elektrifizierung keine Vision, sondern Gegenwart. Wenn auch zum Teil noch in Hybrid-Form. Das erklärt DS-Generaldirektor Yves Bonnefont an der Veranstaltung «New Energy. E-Tense Era» im Rahmen des noch bis am kommenden Sonntag laufenden Automobil-Salons in Genf.

Die Marke DS ist noch nicht in aller Munde. Viele erinnern sich bei diesen beiden Buchstaben aber an die legendäre Modellreihe Citroen DS, die in den 1950er-Jahren entstanden ist und für Citroen eine lange Erfolgsgeschichte war. Vor vier Jahren hat Citroen DS in Paris als eigene Marke im PSA-Konzern lanciert, zu denen neben Citroen auch Peugeot und Opel gehören.

Erstes rein elektrisches Fahrzeug im PSA-Konzern

Der DS3 Crossback E-Tense (Bild:Astuce Productions)

Der DS3 Crossback E-Tense (Bild:Astuce Productions)

Auf dem Podium wird unter der Leitung von CNN-Moderatorin Nicki Shields über die Mobilität der Zukunft gesprochen. DS-Chef Bonnefont stellt das Projekt E-Tense vor, die globale Vision von DS für die Energiewende. Die unmittelbare Zielrichtung dabei ist klar: Alle Modelle von DS werden in diesem Jahr entweder rein elektrisch oder als wiederaufladbare Hybrid-Version verfügbar sein. Lanciert wird deshalb aktuell der DS3 Crossback E-Tense, der erste rein elektrisch angetriebene SUV im B-Segment, also bei den Kleinwagen. Und zum zweiten der grosse DS 7 Crossback als Plug-in-Hybrid mit Allrad und einer rein elektrischen Reichweite von 50 Kilometern.

DS ist auch in der Formel E

DS elektrifiziert dabei nicht nur seine Fahrzeugpalette sondern mischt auch in der Formel E mit, der «Elektro-Formel-1». Auf dem Podium sitzt der Formel-E-Fahrer Jean-Eric Vergne, der für das «DS Techeetah Formula E Team» am vergangenen Wochenende in Hongkong auf den 13. Platz gefahren ist. In der Formel E-Fahrer sei er mehr als nur ein Pilot, sagt Vergne, der 2014 von der Formel-1 in die Formel E umgestiegen ist. Hier könne man aktiv in die Entwicklung des Elektro-Boliden eingreifen. Und das mache auch für die Entwicklung der Elektromobilität auf normalen Strassen Sinn. In der Formel E entwickle und teste man die beste Technik, die irgendwann bei normalen Elektroautos zum Einsatz käme. So wie das bei der Formel-1 bei den Autos mit Verbrennungsmotoren der Fall ist.

Auf der Strasse ist dann bei den Elektroautos nicht Formel-E- sondern Alltagstauglichkeit gefragt, die in der Schweiz doch noch oft angezweifelt wird. Nicht so in Norwegen, sagt Stale Frydenlund. In Norwegen sind schon beinahe die Hälfte aller Fahrzeuge elektrisch oder teil-elektrisch mit Hybriden unterwegs. «In Norwegen wollen mehr als 90 Prozent elektrisch fahren, das ist erstaunlich», sagt Frydenlund von der EV Association of Norway, welche die Elektromobilität fördert.

Norwegen fördert die Elektroautos aktiv

Der norwegische Elektro-Boom wird mit steuerlichen und anderen Anreizen gefördert. Elektrofahrern werden kostenlose Parkplätze oder günstigere Nutzungen von Brücken und Fähren angeboten und die Ladeinfrastruktur ist stark ausgebaut. Norwegen hat zudem den Vorteil, dass der Strom zum allergrössten Teil aus der Wasserkraft stammt. «Der Antrieb für die Elektromobilität kommt vom Staat», sagt Frydenlund.

Das sei in den meisten europäischen Ländern so, sagt dazu Marco Piffaretti, Leiter Mobilität bei «Energie360°», einer Beratungsfirma der Stadt Zürich mit dem Fokus auf erneuerbare Energien. Die Schweiz fördere die Elektromobilität im Gegensatz dazu nicht direkt mit finanziellen Mitteln, der Anteil an Elektrofahrzeugen sei noch klein, sagt Piffaretti. Diese fehlende Subventionierung habe auch einen Vorteil. «Die Elektromobilität wird sich dann durchsetzen, wenn es die bessere Technologie ist als die herkömmliche», sagt Piffaretti. Der Staat müsse aber trotzdem mithelfen, vor allem bei der Verbesserung der Ladeinfrastruktur.

Das bestätigt auch DS-Chef Bonnefort. Das schnelle Aufladen müsse Teil des mobilen Ökosystems werden. «90 Prozent der E-Autos werden zwar zu Hause oder am Arbeitsplatz geladen. Trotzdem braucht es Schnellladestationen, die auch günstiger werden müssen», sagt Piffaretti. Piffaretti ist Optimist und glaubt an den Durchbruch der Elektromobilität. Die grösste Schwierigkeit seien momentan die langen Lieferfristen der Elektroautos.

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