Heute wird ausgelost: Auf wen trifft die Schweizer Nati in der Vorrunde der Fussball-EM 2020?

Am Samstag um 18 Uhr werden in Bukarest die Gruppen für die Vorrunde der Fussball-EM 2020 ausgelost.

Stefan Wyss
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Bekommen die Schweizer an der EM im nächsten Sommer die Gelegenheit, sich für die WM-Achtelfinalniederlage 2018 gegen Schweden zu revanchieren? In Bukarest wird am Samstag ausgelost.

Bekommen die Schweizer an der EM im nächsten Sommer die Gelegenheit, sich für die WM-Achtelfinalniederlage 2018 gegen Schweden zu revanchieren? In Bukarest wird am Samstag ausgelost.

Bild: Laurent Gillieron/Keystone (St.Petersburg, 3. Juli 2018)

Die Schweiz ist in Topf 2 und bekommt eines der vier Schwergewichte Italien, Deutschland, England oder Spanien zugelost. Und einen Gegner kennt sie vielleicht erst Ende März.

Lostöpfe und Kugeln. Losglück oder Lospech. Hammergruppe oder Spaziergang: Alle zwei Jahre schaut die Fussballwelt gebannt auf die Gruppenauslosung, die den Countdown eröffnet für die WM oder EM sechs Monate später. Diesmal ist es ein halbes Jahr vor der paneuropäischen EM 2020 ein bisschen weniger prickelnd als sonst. Weil die Auslosung gar keine richtige Auslosung ist.

Die belgische Delegation zum Beispiel könnte sich die Zeremonie im grossen Pavillon des Romexpo-Messegeländes in Bukarest getrost schenken. Denn die Belgier wissen schon fast alles: Sie sind in der Gruppe B und treffen dort in Kopenhagen auf Dänemark, in St.Petersburg auf Russland und nochmals in St.Petersburg auf Wales oder Finnland. Sie spielen am 13. Juni, am 17. oder 18. Juni und am 22. Juni. Unklar ist nur die Reihenfolge der Partien.

Petkovic: «Portugal wäre einer der stärksten Gegner»

Mit etwas mehr Neugierde reist die Schweizer Delegation um Coach Vladimir Petkovic, Nationalteamdirektor Pierluigi Tami und Präsident Dominique Blanc nach Rumänien. Sie können jetzt noch diskutieren, ob sie lieber in Rom gegen Italien, in München gegen Deutschland, in Bilbao gegen Spanien oder in London gegen England spielen wollen. Oder auf wen sie aus Topf 3 treffen möchten.

Wie wäre es mit einer Begegnung mit Nachbar Österreich? Oder mit einem Spiel gegen Titelverteidiger Portugal und Cristiano Ronaldo? Oder hätten sie doch lieber die Revanche für die WM-Niederlage gegen Schweden? Petkovic hat keinen langen Wunschzettel. «Gegen Italien oder Deutschland zu spielen wäre interessant, weil wir noch nie an einer EM gegen sie gespielt haben», so der Tessiner. Aus Topf 3 würde er «gerne Portugal aus dem Weg gehen», weil das «einer der stärksten Gegner überhaupt» sei.

Und sonst? «Die Gruppe Rom/Baku wäre eine logistische Herausforderung, vor allem wenn man das erste und letzte Spiel in Baku bestreiten müsste.» Zu 75 Prozent kennen die Schweizer nach der Auslosung erst zwei von drei Gegnern. Kommen sie in die Gruppe A mit Italien, spielen sie aus Topf 4 gegen Wales oder Finnland. Das würde am Samstag bekannt werden. Wird die Schweiz aber der Gruppe D, E oder F zugelost, ist ihr Gegner aus Topf 4 erst bekannt, wenn Ende März die Playoffs gespielt sind. Sicher ist, dass die Schweiz nicht in die Gruppe B oder C kommt, weil diesen aus dem Schweizer Topf 2 bereits die Co-Gastgeber Russland und Niederlande zugeteilt sind.

Das alles ist so kompliziert, weil die Uefa für ihre Jubiläums-EM – vor 60 Jahren wurde das Turnier erstmals ausgetragen – zwölf Spielorte in zwölf Ländern ausgesucht hat und weil sie auch schwächeren Ländern die Teilnahme ermöglichen will. Vier Plätze werden für einmal über Playoffs vergeben, für die sich die Mannschaften über die Nations League qualifizieren konnten. Und weil diese Playoffs wegen der letztjährigen Nations League im gedrängten Kalender 2018/19 keinen Platz fanden und erst im März 2020 gespielt werden, wird nun eben gelost, bevor alle 24 Teilnehmer bekannt sind. Gelost? Zumindest ein bisschen. Für die Schweiz etwas mehr, für Belgien zum Beispiel etwas weniger.

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