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Ein E-Motorrad aus einem Guss

Rund hundert Studenten entwickelten im Rahmen von Fokusprojekten der ETH Zürich diverse Maschinen. Industriedesign- und Maschinenbaustudenten entwarfen zum Beispiel ein elektrisches Motorrad.
Flavia Borrer

Für Studierende im fünften und sechsten Semester bietet die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich Fokusprojekte an. Aus rund hundert Studenten bildeten sich zwölf Teams, die ihren Visionen nachgingen und diverse Maschinen und Nutzobjekte herstellten. Die Studenten entwickelten während neun Monaten ihre Ideen selbstständig zu einem Produkt. Dazu gehören Projekt- und Zeitmanagement, Marketing und Sponsorensuche. Professoren unterstützten diese Projekte nur im Hintergrund. Eines dieser Teams – bestehend aus Studenten der ETH und der Zürcher Hochschule der Künste – entwickelte ein batteriebetriebenes Motorrad.

Elektrische Lösung für eine urbane Mobilität

Das Ziel der 16 Studenten war, eine elektrische Lösung für die urbane Mobilität zu entwickeln: das batteriebetriebene Motorrad namens «Ethec». Bis zu 80 Prozent der verlorenen Bremsenergie soll durch Rekuperation am Vorderrad zurückgewonnen werden. Die mechanischen Bremsen werden aktiviert, sobald die Rekuperation den Maximalwert erreicht hat. So werden die Bremsscheiben kaum abgenutzt. «Mit der Technologie, die wir entwickeln, soll die Rückgewinnung von Energie effizienter werden», sagt Severin Meier, Maschinenbaustudent und Verantwortlicher für das Fahrwerk. Energiespeicher hätten begrenzte Kapazitäten, was auch der Grund für die kurze Reichweite bei den meisten Elektromotorrädern sei. Am diesjährigen Roll Out wurden verschiedenste Projekte vorgestellt – von springenden Robotern über Medizingeräte bis zu Elektrofahrzeugen war alles mit dabei.

Von Zürich bis nach Milano

Eine aktive Ölkühlung hält die Temperatur der Batterie konstant auf 21 Grad. Mit 1260 Batteriezellen erreicht das Motorrad eine Spitzenleistung von 50 Kilowatt. Das Vorderrad wird mit 24, das Hinterrad mit 36 Kilowatt betrieben. Der Zweiradantrieb erlaubt somit eine Beschleunigung mit bis zu 490 Newtonmetern Drehmoment. Mit einer Kapazität von 15,6 Kilowattstunden legt der ­Ethec bis zu 400 Kilometer zurück. Damit kann man von Zürich bis nach Mailand fahren.

Das Vorderlicht scheint der Luftfahrt nachempfunden. Um das Leuchtmittel zu kühlen, wird die Lampe während der Fahrt von Luft umströmt. Die Vorderlampe hängt wie eine Turbine an der einteiligen Form des Ethec. Die Lampe und der LED-Ring werden von acht Verstrebungen gehalten, welche durch die Reflexion einen einmaligen Licht­effekt bildet.

Die Elektrizität analog erfahren

Die Studenten der ETH waren stets in enger Zusammenarbeit mit den Industriedesignstudenten. Gemeinsam entwickelten sie Gesamtkonzept, Ergonomie und Produktedesign. Das Projekt orientiert sich an futuristischen Gegebenheiten. «Motorradfahren ist ein Bedürfnis, welches in der heutigen Gesellschaft sehr verbreitet ist. Wir wollen dieses Bedürfnis nun auf die Zukunft übertragen: Elektrizität soll hautnah erfahren werden», sagt Nicolà Borrer, Industriedesignstudent. Gemeinsam mit Timo Flury ist er für das Design verantwortlich. Tachometer, Batteriestand, Temperatur und GPS werden auf einem Berührungsbildschirm angezeigt. Die Verschalung besteht aus nur einem Stück mit gleicher Oberfläche und verläuft vom Vorderlicht bis zum Heck. Dies verleihe dem Ethec eine dynamische Form.

Um sicherzustellen, dass das Motorrad fährt, hat das Team Probefahrten durchgeführt. «Es ist sehr einfach zu fahren. Da der Schaltvorgang komplett entfällt, kann man sich zu hundert Prozent auf die Strasse konzentrieren. Die Maschine fährt sehr dynamisch und die Beschleunigung ist phänomenal», sagt Michel ­Lüthi, Maschinenbaustudent und passionierter Motorradfahrer.

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