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Ein Lob auf das Panaché!

Nicht so langweilig wie Mineralwasser, nicht so klebrig wie die meisten Süssgetränke: Das Panaché süss ist im Sommer der ideale Durstlöscher.
Hansruedi Kugler

Bier im Cocktail? Ach, alle diese Trends, die sich in kürzester Zeit erschöpfen! Da lobe ich die Einfachheit. Es ist einer der Running Gags meiner Ehe: Da sitze ich mit meiner Partnerin in der Sommerbeiz, sie bestellt ein dunkles Bier, ich ein Panasch, also ein Panaché süss –, doch wenn der Kellner die beiden Biere kurz danach auf den Tisch stellt, zwinkern wir uns zu und müssen die Gläser tauschen. Jedes Mal! Denn der Kellner hat mir das Dunkle, meiner Partnerin das Panaché hingestellt. Ihm ist das immer peinlich, wir sind es unterdessen gewohnt. Bier trinken wir nämlich beide gerne, haben aber unterschiedliche Geschmäcker und tragen es mit gelassenem Humor. Gut so.

Denn die gedankliche Stereotypie des Servierpersonals könnte einem auch auf die Nerven gehen: Offenbar sitzen die Zuordnungen, welche Geschmacksvorlieben männlich und welche weiblich sein sollten, viel tiefer als es mein emanzipiertes Selbstverständnis wahrhaben will. Dass eine Frau ein herbes Bier mag, dass ein Mann ein erfrischendes und süsses Bier vorzieht, irritiert das hiesige Wertesystem. Nach dieser abgestandenen Logik müsste ich mich vielleicht gar als unmännlich betrachtet und somit beleidigt fühlen.

Wenn zu viele Radfahrer gleichzeitig Bier bestellen

Allerdings sagt die von patriarchalen Stereotypen freie Logik klar und nüchtern: Das Panaché süss ist der ideale Durst­löscher im Sommer! Kein langweiliges Getränk wie Natur-Mineralwasser, nicht so klebrig wie die meisten Süssgetränke, aber mit entscheidend weniger Alkohol als die «Stange» oder das «Chübeli». Diese Logik stützt sich gerne auch auf eine zugegeben etwas unsichere Namenableitung. In Deutschland und Österreich heisst mein Lieblingsgetränk nämlich «Radler».

Der Legende nach soll der bayrische Biergartenbesitzer Franz Xaver Kugler 1922 ins Schleudern gekommen sein, als eine grosse Gruppe Radfahrer nach Bier verlangte. Weil seine Vorräte nicht ausreichten, habe er das Bier kurzerhand mit Limo verdünnt. Der erfrischende «Radler» sei so gut angekommen, dass er zum Sommerhit aller Biergärten wurde, nicht nur für Sportler. Genusstrübend ist eine andere Legende. Das Panaché geht dieser zufolge auf ein bierhaltiges Limettengetränk zurück, das schon im 19. Jahrhundert für britische Truppen kreiert worden sei. Wie auch immer: Für Trendfaule bleibt das Panaché das ideale Sommergetränk.

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