Eine Branche profitiert besonders von der Maskenpflicht: Wegen Corona boomen Schönheits-OPs

Homeoffice und Maskenpflicht kurbeln die Zahl der Schönheitseingriffe an. Besonders gefragt sind Unterspritzungen im Gesicht.

Deborah Gonzalez
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Wegen der Maskenpflicht wagen mehr Frauen einen Eingriff.

Wegen der Maskenpflicht wagen mehr Frauen einen Eingriff.

Bild: Getty Images

Leuchtend, überdimensional gross und geschwollen. So sollten Lippen nicht aussehen. Tun sie aber in den ersten Tagen nach einem Schönheitseingriff, bevor sie ihre gewünschte Form erreichen. Und obwohl man aussieht, als ob einen eine Wespe gestochen hat, soll man sofort wieder arbeitsfähig sein. Rein theoretisch. Die meisten wollen so aber nicht gesehen werden. Während man früher noch freinehmen musste, ist das in Zeiten des Coronavirus aber nicht mehr nötig.

Denn entweder ist man alleine im Homeoffice, oder man trägt eine Maske und versteckt die neuen Lippen dahinter. So macht es die 23-jährige Melissa, die sich nie nicht getraut hat, ihre Lippen aufspritzen zu lassen – bis jetzt. Sie sagt:

«Die Maske ist ein Segen, denn jetzt merkt keiner, dass ich frisch aus der Klinik komme.»

Und nicht nur sie denkt so, denn viele Schweizerinnen und Schweizer entscheiden sich gerade jetzt für einen Schönheitseingriff.

Dass die Maskenpflicht von Vorteil ist, findet auch Petra Gloor, Managerin des Prevention-Center in Zürich. Jetzt sei die geeignete Zeit für Unterspritzungen und Operationen. Die Patienten können zuhause die Schwellungen abklingen lassen. Tatsächlich sei das Interesse deshalb gross. Mehr als die vergangenen Jahre, so die Managerin weiter. Gloor:

«Eigentlich lassen sich im Sommer grundsätzlich weniger Patienten behandeln. Dieses Jahr bleibt die Nachfrage aber konstant hoch.»

Die Mehrheit nennen «Homeoffice», und «Quarantäne» als Gründe für ihre Entscheidung. Genauso ist es auch in Aarau und Lenzburg in den Skinmed-AG-Kliniken, wie Chefarzt und Inhaber Felix Bertram versichert: «Seit Aufhebung des Lockdowns verzeichnen wir eine erhöhte Nachfrage für ästhetische Eingriffe.»

Nicht nur Lipfiller sind momentan angesagt. Ein Blick auf Instagram zeigt, dass Unterspritzungen gefragter sind denn je. Die Schlupflider sollen weg? Botox. Der Höcker in der Nase stört? Hyaluron. Schönheitskliniken und -praxen bieten vieles an. Und die Stars machen es vor. Models wie Bella Hadid und Kendall Jenner dienen als Vorbild für viele junge Frauen. Es sind ihre Bilder, die bei Kliniken vorgelegt werden. «So will ich aussehen», heisst es dann.

Doch von Dauer ist das neue Aussehen nicht, denn sowohl Hyaluron als auch Botox halten höchstens ein Jahr. Sollte man dann wieder mehr Lippen wollen, muss man einen erneuten Termin vereinbaren – manche mögen da hoffen, dass die Maskenpflicht dann noch immer streng durchgesetzt wird.

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