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ELEKTROMOBILITÄT: «Das ist der Durchbruch»

Beim Autosalon in Paris wird die Elektromobilität in den Vordergrund gerückt. Mit dem Opel Ampera-e soll erstmals ein erschwingliches Auto rein elektrisch 500 km Reichweite schaffen.
Jürg Wick, Paris
Der Opel Ampera-e gibt sich äusserlich als ganz normales Kompaktfahrzeug. Bild: Werk (Paris, Ende September)

Der Opel Ampera-e gibt sich äusserlich als ganz normales Kompaktfahrzeug. Bild: Werk (Paris, Ende September)

Seit Juli 2016 gelten in der französischen Stadt Paris wochentags Fahrverbote für Personenwagen bis Jahrgang 1997. Geht es nach der Bürgermeisterin Anne Hidalgo, werden ab dem Jahr 2020 Personenwagen mit Dieselantrieb in der Stadt ausgesperrt. So möchte die 48-Jährige der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen. Die Aussteller am diesjährigen Autosalon in Paris folgten denn auch zahlreich ihrem Ruf und eröffneten den Wettstreit um längere Reichweiten auf bestehenden Modellen oder bevorstehenden Neueinführungen. Allerdings sind in diesem Jahr einige namhafte Hersteller – wie beispielsweise Ford, Mazda oder Volvo – der im zweijährigen Turnus stattfindenden Mondial de l’Automobile vom 1. bis 16. Oktober ferngeblieben.

Der 55-jährige Opel-CEO Karl-Thomas Neumann ist diplomierter Ingenieur und leitete ab 1999 die Elektronikforschung bei der Volkswagen AG. 2013 stiess er zu Opel, wo es ihm nun sichtlich Freude bereitet, die Lancierung des Ampera-e zu begleiten. Im Gegensatz zum Ampera mit Benzinmotor als Rangeextender handelt es sich beim Nachfolger um ein reines Elektroauto, das als Chevrolet Bolt in den USA bereits in den Verkauf gelangt ist. Ab 2017 soll er als Opel Ampera-e in Europa vermarktet werden. Versprochen sind 500 Kilometer Reichweite mit einem fünftürigen Kompakt-Auto.

«Das ist der Durchbruch», sagte Neumann bei der Pariser Premiere des Opel Ampera-e. Andere Hersteller würden derartige Reichweiten zwar in Aussicht stellen, General Motors aber liefere diese. Und dies sei nur der Anfang dieser Entwicklung. Die Frage, ob in Zukunft mit Elektroautos auf der Basis von bestehenden Serienmodellen zu rechnen sei, beantwortet der Niedersachse negativ: «Der Ampera-e ist ein rund um die Batterie konstruiertes Auto. Nur so lässt sich das Potenzial der neuen Technologie effizient umsetzen. Mit konventionellen Konstruktionen wird zu viel Raum verschenkt.»

Der Traum, dass mit einem Riesen-SUV rein elektrisch gefahren werden könne, würde sich aber noch längere Zeit nicht erfüllen. Und zur Hybridisierung sagte der Opel-CEO: «Bis ins Jahr 2020 wird sich die Hybridisierung wegen der derzeit gültigen CO2-Normen in Europa verstärken. Momentan wird jedoch kein wesentlicher Rückgang mit Dieselantrieben stattfinden.» Verkaufspreise für den elektrischen Opel wurden nicht genannt, aber man darf davon ausgehen, dass das Elektroauto mit dem Raumkomfort eines Opel Astra und 500 Kilometer elektrischer Reichweite auf deutlich unter 40 000 Franken zu stehen kommen wird.

Weniger Verbrauch wegen variabler Verdichtung

Einen Stand weiter – bei Infiniti – ist erkennbar, dass die Verbrennerfraktion nicht klein beigeben wird. Die Japaner haben einen direkt eingespritzten und aufgeladenen Benzinmotor entwickelt, der dank variabler Verdichtung die Vorteile des Selbstzünders mit jenen des Benziners verbindet. Im QX Sport – einem mittelgrossen SUV – soll die revolutionäre Technik demnächst verfügbar sein, später dann in weiteren Modellen und so eine signifikante Verbrauchsersparnis garantieren. Die Eckdaten: 2-Liter-Vierzylinder mit 272 PS/390 Nm Drehmoment, 8:1-Verdichtung für hohe Leistung, variabel bis 14:1 für mehr Effizienz.

Auf einen kurzen Nenner gebracht: Die auf Verbrennungsmotoren spezialisierten Ingenieure – und das sind weltweit nicht wenige – geben nicht auf. Mittendrin sind die Konsumenten, die ihre Bedürfnisse in Zukunft nicht nur über das Preis-Leistungs-Verhältnis abklären müssen, sondern auch über die verschiedenen Antriebstechnologien. Und mit dem selbstfahrenden Auto könnte möglicherweise bereits der nächste Quantensprung vor der Türe stehen.

Jürg Wick, Paris

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