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Hörbar Klassik: Barockmusik für Liebhaber

Eine Neuaufnahme stellt Suiten für die Gambe vor und die Camerata Köln hat handschriftlich überlieferte Quadri auf Barockinstrumenten eingespielt.
HansJürgen Becker

Erlesenes für die Gambe

Als edelstes Streichinstrument im Frankreich des Grand Siècle galt die Viole de Gambe. Jeder bedeutende Komponist schrieb für sie, darunter Virtuosen der Gambe wie Marais und die beiden Forqueray. Auch Francois Couperin, königlicher Cembalist und Organist an St. Gervais in Paris, hat erlesene Kammermusik mit Gambe geschrieben. Zwei seiner Suiten für Gambe und Generalbass zählen zum Schönsten; eine Neuaufnahme stellt sie vor. 1728 erschienen die Pièces de Viole in Paris. Sieben Tanzsätze umfasst die erste Suite, mit einer prächtigen Chaconne klingt sie aus. Die zweite hat vier Sätze, darunter einen ergreifenden Trauergesang und ein Charakterstück. Pastorale Idylle zaubert die Plainte aus Couperins Nouveaux Concerts. Dagegen entfaltet eine Suite Antoine Forquerays, des «Teufelsgambisten», vollen Gambenklang en trio. Die Gambenvirtuosen Atsushi Sakai in der Hauptrolle sowie Marion Marineau und Isabell Saint Yves interpretieren mit Christophe Rousset am Cembalo diese subtile Musik ausdrucksvoll, klangschön und stilgerecht. Eine Aufnahme für Kenner und Liebhaber.

Couperin, Forqueray Pièces de Viole, Atsushi Sakai und Christoph Rousset, Aparte

Kammermusik wie ­Champagner

Der Flötist und Hofcompositeur Quantz meinte, Telemann habe «vorzügliche Muster» von Quadri geschrieben, die «meistenteils für Oboe, Violine und Flöte gesetzt» seien. Eine Auswahl dieser handschriftlich überlieferten Quadri hat die Camerata Köln auf Barockinstrumenten eingespielt. Die um den Flötisten Michael Schneider versammelten Virtuosen haben viel Erfahrung mit Telemann. Wie von Quantz erwähnt gesellen sich bald Oboe, Violine und Flauto dolce zum Generalbass, dann Traverso und zwei Gamben oder andere Kombinationen. Die Camerata Köln bereitet quasi feinsten Champagner: Zwar schäumt das Temperament nicht über, es bleibt aber stets in feiner Perlage. So im Quadro a-Moll mit seinem wellenartig klagenden Präludium, auftrumpfender Fuge, ariosem Lamento und ungestümen Rondo-Finale. Eine vorklassisch empfindsame Klangwelt zaubert das Quadro für Traverso und zwei säuselnde Gamben, während ein Quartett für Violine, Oboe und Gambe letztere im Finale in diabolischen Sechzehntel-Läufen auftrumpfen lässt und die Oboe zum Singen bringt.

Georg Philipp Telemann: Concerti da Camera Vol.1, Camerata Köln, Michael Schneider, CPO

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