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ERNÄHRUNG: Sch(l)üssel zum Glück

Super Bowls, randvoll gefüllt mit gesunden und rohen Lebensmitteln, sind der neuste Foodtrend. Kochen muss man dafür nicht können, dafür schnippeln.
Katja Fischer De Santi
OaS - Genuss - Buddha Bowls

OaS - Genuss - Buddha Bowls

Katja Fischer De Santi

Sie halten Saucen für überbewertet und warmes Essen für eine unnötige Energieverschwendung? Dann könnten Buddha Bowls etwas für Sie sein. Diese Schälchen, voll mit fast schon unheimlich gesunden Zutaten, sind der Food-Trend der Stunde. Mehr als zwei Dutzend Kochbücher zum Thema sind diesen Frühling auf Deutsch erschienen. In Berlin und Los Angeles kommt kein hippes Lokal mehr ohne Poké Bowl auf der Karte aus. Wobei Poké auf Hawaiianisch nichts anderes heisst als «in Scheiben geschnitten». Schneiden und schnippeln muss man für die Super Bowls denn auch, bis die Finger bluten.

Die Super oder Buddah Bowls (weil sie einem unweigerlich ein gesundes Lächeln aufs Gesicht zaubern sollen) sind der jüngste Ausleger der Clean-Eating-Bewegung. Ein Ernährungsstil, der für viele Anhängerinnen zum Lebensgefühl und zur Allzweckwaffe geworden ist. Ungesunde Lebensmittel in Form von Fertigprodukten werden vom Speiseplan verbannt, dafür gesunde, frische und unverarbeitete Lebensmittel zum Dreh- und Angelpunkt der täglichen Ernährung gemacht. Wirft man einige von ihnen in eine Schüssel, hat man seine Buddah Bowl schon fast zusammen.

Mindestens eine Avocado muss rein, der gesunden Fette wegen

Aber Achtung, es braucht die richtige Zusammensetzung, um aus einer gewöhnlichen Gemüseschüssel eine Super Bowl zu machen. Man nehme also einen Teil Getreide wie Quinoa, Reis, Amaranth, Gerste, kombiniere dazu eine Handvoll pflanzliche Proteine in Form von Hülsenfrüchten (Linsen, Bohnen, Erbsen), schnipsele einen Regenbogen voller Gemüse dazu (jede Farbe liefert andere Nährstoffe) und schmecke das Ganze mit etwas gesunden Fetten (Avocado darf nie fehlen, Nüsse gehen auch) ab. Fertig ist die Vitamin-Protein-Bombe, die vor allem Vegetarier und Veganer gesund durch den Tag bringt. Natürlich gibt es Buddha Bowls für jede Tageszeit und Lebenslage – die flachen Teller können Sie schon mal aus dem Schrank räumen. Selbst das Müesli, obwohl meist aus einem Schälchen gegessen, hat ausgedient. Smoothie Bowls sind der letzte Schrei. Statt Joghurt bildet ein Püree aus Früchten die Grundlage: Heidelbeeren, Bananen oder Mango und obendrauf einige Körner. Die Mittagsbowls kommen hingegen mehr wie exotische Gemüsepfannen oder schlecht untergerührte Salatschüsseln daher. Die Zutatenliste aller Bowls ist stets beachtlich lang und enthält oftmals exotischste Ingredienzen, die selbst beim Asiaten um die Ecke schwierig zu bekommen sind.

Das Klischee, dass Buddah Bowls vor allem etwas für Kochfaule seien, muss an dieser Stelle widerlegt werden. Nicht selten werden die Grundzutaten einzeln vorgekocht. Die Aubergine gedünstet, die Kichererbsen eingelegt und püriert, die Orangen filetiert, das Quinoa gekocht. Und weil so eine Bowl vor allem auch etwas fürs Auge (und den Instagram-Account) hermachen muss, ist auch beim Rüsten und Schneiden Kreativität gefordert. Einen Spiralschneider sollten Sie unbedingt ihr Eigen nennen, eine Gemüseraffel auch, ohne effizienten Pürierstab werden Sie nie zu ihrem Schüsselerlebnis kommen.

Dass aber auch Super Bowls die Welt nicht neu erfinden können, zeigt ein Blick in die neu erschienenen Kochbücher. Viele Rezepte etwa in Annelina Wallers «Buddha Bowls. Eine Schüssel voll Glück» muten an wie die Zerlegung altbekannter Speisen. Etwa die Sushi-Bowl; alles, was man für Sushi braucht, aber statt gekonnt gerollt in die Schüssel gerührt. Oder die Mexican-Bowl, nix anderes als eine Fajita, nur ohne Fleisch und Sauce serviert. Ja, die Sache mit der Sauce: Sie fehlt fast immer. Zumindest für Menschen, für die Zitronensaft oder Koriander mit Schwarzkümmel keinen Saucen-Ersatz darstellen.

Für die Österreicherin Eva Fischer ist das kein Problem. Der Bloggerin und Kochbuchautorin geht es um die Schüsselchen selbst: «Bowls haben etwas Wohliges, wenn man sie wie eine warme Tasse mit den Händen umfasst. Die Zutaten und Geschmäcker mischen sich leicht und bringen ein neues Geschmackserlebnis. Die schöne Anordnung sorgt für den Augenschmaus.» Sie empfinde Bowls zu kreieren als meditativ entspannend, schreibt sie.

Nun denn, die einen schnippeln rohes Gemüse für ihr Glück, die anderen geniessen ihren Milchkaffee im Chacheli oder löffeln selig ihr Birchermüesli aus der Schüssel. Die Asiaten können über diesen ganzen Super-Schalen-Trend nur milde lächeln. Machen sie ja schon seit mehr als 2000 Jahren.

Regenbogen Bliss Bowl

Zutaten: 250 ml Gemüsebouillon, 70 g Polenta, eine Randenknolle, ein Viertel Avocado, drei Erdbeeren, eine halbe Frühlingszwiebel, ein Rüebli. Saft von
einer Zitrone.

Polenta in der Bouillon zehn Minuten köcheln lassen. Danach die Polenta etwa einen Zentimeter dick auf das Backblech streichen und abkühlen lassen. Mit einer Guetzliform ausstechen. Die Formen für 10 bis 15 Minuten im Backofen backen. Eventuell mit Kokosfett oder Sojasauce bestreichen. Randen, Avocado und Erdbeeren in Scheiben, Frühlingszwiebel in Ringe, Rüebli in Späne schneiden. Alle Zutaten in einer Schale anrichten, mit Zitrone beträufeln und mit einigen Pekannüssen und Schwarzkümmel verzieren.
Rezept aus: «Buddah Bowls. Eine Schüssel voll Glück» von Annelina Waller, Callwey 2017

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