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Es muss nicht immer Champagner sein

Auch aus Italien kommen gute Schaumweime oder aus dem Elsass. Und aus der Schweiz sowieso.
Hugo Berchtold

Weltweit werden jährlich mehr als 300 Millionen Flaschen Champagner verkauft. Die Schweiz gehört mit über 5 Millionen Flaschen zu den Top Ten der Konsumenten. Prosecco, mit ebenfalls rund 300 Millionen Flaschen jährlich (Tendenz steigend) und Cava (rund 250 Millionen) sind die anderen Grossen im Schaumweinmarkt. Auch hier gehören die Schweizer Käufer zur Spitzengruppe.

Die Champagnerproduzenten versuchen mit allen Mitteln, ihr einmaliges Renommee zu verteidigen: 1994 ist es ihnen gelungen, die Bezeichnungen «Champagne» oder «champenoise» exklusiv für ihre Weine zu reservieren. Dies musste sogar ein Hersteller von Apérogebäck in der kleinen Westschweizer ­Gemeinde Champagne erfahren, dem höchstrichterlich verboten wurde, die Bezeichnung Champagne auf der Verpackung anzubringen.

Die zweite Gärung in der Flasche, auch beim Crémant im Elsass

Die Champagne verfügt über ein ein­maliges Terroir und jahrhundertealtes Wissen, doch es gibt auch andere Weingebiete, in denen gute Schaumweine nach der gleichen Methode wie in der Champagne produziert werden. Eines der entscheidenden Qualitätsmerkmale ist, dass die zweite Gärung, welche für die Perlage sorgt, in der Flasche statt findet. Doch darauf darf auf der Flasche der Nicht-Champagner seit 1994 nicht mehr mit der Bezeichnung «méthode champenoise» hingewiesen werden. Stattdessen heisst es «méthode traditionelle» oder «méthode classique». In mehreren Weinregionen in Frankreich werden beispielsweise sogenannte Crémants hergestellt, Schaumweine, die nach der gleichen aufwendigen Methode wie der Champagner gekeltert werden. Besonders im Elsass gibt es mit den «Crémants d’Alsace» fruchtig-frische Schaumweine, die eine echte Alter­native für den Aperitif oder zum Feiern darstellen, aber deutlich günstiger als Champagner sind.

Italienischer Franciacorta und Schweizer «Mousseux»

Auch aus Italien kommen gute Schaumweine, wobei man weniger an die vielen Proseccos denken sollte. Es gibt zwar auch unter den Proseccos gute Schaumweine, doch sie erhalten ihre Kohlensäure in der Regel in Drucktanks verpasst, was zwar wesentlich kostengünstiger ist, aber oft nur eine grobe, sich schnell verflüchtigende Perlage ergibt. Die gleiche Tankvergärung wird für den ebenfalls süsslichen Spumante d’Asti verwendet. Dagegen werden die Schaumweine aus Franciacorta, die nach der klassischen Methode hergestellt werden, oft unterschätzt.

Doch es gibt auch attraktive Alternativen zum Champagner, die wesentlich näher liegen: Zahlreiche renommierte Schweizer Winzer machen sich eine Ehre daraus, einen hochklassigen «Mousseux» nach klassischer Flaschengärung zu produzieren. Vorgemacht hat es seit Jahrzehnten das renommierte Haus Mauler in Neuchâtel. Seine Schaumweine müssen sich bei Blind­degustationen gegenüber bekannten Champagnermarken nicht verstecken und liegen regelmässig auf den ersten Plätzen der Jury.

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