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Verwenden statt verschwenden:
So werden Singles restenlos glücklich

Eine Million Tonnen Lebensmittel werden in Schweizer Haushalten jährlich weggeworfen, die man noch hätte essen können. Jeder kann etwas dagegen tun. Acht Tipps für mehr Genuss und weniger Foodwaste.
Rahel Koerfgen
Auch als Single kann man sich gesund ernähren, ohne viel Abfall zu produzieren oder gar etwas wegwerfen zu müssen. (Bild: Katarzyna Bialasiewicz/Getty)

Auch als Single kann man sich gesund ernähren, ohne viel Abfall zu produzieren oder gar etwas wegwerfen zu müssen. (Bild: Katarzyna Bialasiewicz/Getty)

Kartoffeln im 2-Kilo-Sack, Packungen à vier Pouletbrüstli, ganze Kräutersträusse und Milchprodukte, die übermorgen ablaufen: Einkaufen als alleinstehende Person, ob jung oder alt, gilt als grosse Herausforderung. Und davon betroffen sind hier etliche Menschen; bei rund einem Drittel der 3,8 Millionen Privathaushalte in der Schweiz, so sagt die Statistik, handelt es sich um Singlehaushalte. Zwar haben die Detailhändler auf den Trend reagiert und bieten Miniportionen an. Vermeintlich eine tolle Sache, denn damit landet weniger Essen im Müll. Aus ökologischer Sicht sind diese allerdings ein Quatsch, wird doch damit meist nur noch mehr Plastikabfall produziert. Und auch noch das Portemonnaie bestraft, denn die boomenden Miniportionen sind pro Kilogramm in vielen Fällen oftmals doppelt so teuer wie die XL-Familienpackung. Da neigt man als Single natürlich dazu, sich beim Einkaufen wieder für Letztere zu entscheiden. Das Resultat: vergammelte Esswaren im Kühlschrank, weil der Singlemagen nicht nachkommt, die ganzen Lebensmittel vor Ablauf des Verbrauchsdatums aufzunehmen. Wen wundert’s, greifen da viele wieder zum Telefon und bestellen eine Fertigpizza.

Genuss ohne Abfall

Laut einer neuen Studie werden in den Schweizer Haushalten jährlich eine Million Tonnen Lebensmittel weggeworfen – das macht 190 Kilogramm pro Person. Doch das muss nicht sein. Auch als Single kann man sich gesund ernähren, ohne viel Abfall zu produzieren oder gar etwas wegwerfen zu müssen. Wir haben die besten Tipps zusammengestellt, wie man Lebensmittelreste richtig aufbewahrt oder sie am kommenden Tag in ganz anderer Art verwertet. Geholfen hat uns das soeben erschienene Buch «Happy Singleküche» von Ira König. Darin finden sich neben 80 Rezepten mit frischen Ingredienzen zum easy Nachkochen auch einige gute Ratschläge, wie man rest(e)los glücklich wird.

Tipp 1: Teilen
In der heutigen Zeit wird fast alles geteilt: Autos, Gärten, Wohnungen. Warum sollte das nicht auch bei Lebensmitteln funktionieren? Suchen Sie sich einen Single in Ihrem Quartier oder Wohnhaus und kaufen Sie einmal wöchentlich mit ihm ein. Danach teilt man die Riesenpackung Härdöpfel oder den Megakürbis brüderlich auf oder bricht das Baguette entzwei. Und vielleicht weckt ein solcher Einkaufsbummel mit dem neusten Tratsch aus dem Quartier ja auch die Lust, gemeinsam an den Herd zu stehen. Umso besser.

Tipp 2: Bunter Salat
Einen Viertel Peperoni und einen halben Apfel im Kühlschrank? Übriggebliebenes Gemüse und Obstreste können in den Salat geschnippelt werden. Im Sommer geben auch das letzte Stück Wassermelone und der angebrochene Feta ein köstliches Paar ab. Und statt die Chips- und Nüsslireste nach der Party in den Abfall zu kippen, zerkrümelt man sie, streut sie zum Schluss über den Salat und erhält damit ein Knuspertopping.

Tipp 3: Ganzes Gemüse
Anstatt in mit viel Plastik eingepackte Singleportionen zu investieren, kaufen Sie lieber einen ganzen Kürbis, Wirsing oder Blumenkohl. Der Kürbis lässt sich, in Stücke geschnitten, im Gefrierbeutel in Portionen einfrieren – dabei aber darauf achten, dass die Luft ganz aus dem Beutel raus ist. So lässt sich mit allerlei Gemüse verfahren. Der Wirsing bedarf indes ein bisschen mehr Vorbereitung: In Streifen schneiden, in kochendem Wasser 1 Minute blanchieren. Anschliessend abschrecken und mit einem Küchentuch trocknen. In Portionen einfrieren.

Tipp 4: Kartoffeln
Sogar ein Alleinstehender wird mit einer Zwei-Kilo-Packung Kartoffeln fertig – wenn man weiss, wie man sie richtig lagert. Die Knollen nach dem Einkauf kühl, das heisst zwischen 4 und 8 Grad, lagern, am besten an einem dunklen Ort und in einem luftdurchlässigen Gefäss oder Beutel, wie zum Beispiel einem Leinensack oder einer Holzkiste. So bleiben die Kartoffeln locker drei Wochen gut in Form.Gschwellti halten sich im Kühlschrank in einer verschliessbaren Dose ungefähr drei Tage und lassen sich prima zum Salat, zur Rösti oder zum Kartoffelstock weiterverarbeiten.

Tipp 5: Kräuter
Ärgerlich: Bei vielen Rezepten wird nach einem Zweig Rosmarin, einem halben Strauss Peterli oder einer Handvoll frischem Koriander verlangt. Der Rest welkt im Kühlschrank schnell vor sich hin und wird im Nu unbrauchbar. Länger haltbar werden die Kräuterreste, wenn man sie in ein Glas mit Wasser stellt, einen Gefrierbeutel als Haube darüberstülpt und dann im Kühlschrank lagert. Am besten aber, Sie kaufen ein Kräutertöpfchen und stellen es auf den Fenstersims. Und wer viele Kräuterüberbleibsel und einen Rest Quark im Kühlschrank hat, macht einen feinen Dip daraus.

Tipp 6: Fleisch und Fisch
Hackfleisch gibt es meist nur ab 400 Gramm abgepackt. Da es schnell verdirbt, sollte die Portion aufgeteilt werden. So geht’s: Das Hackfleisch flachdrücken, in einen Gefrierbeutel geben, Luft herausdrücken, verschliessen und ins Tiefkühlfach. Zum Auftauen in den Kühlschrank legen. Auch Pouletbrüstli gibt es meist nur in 2er- oder 4er-Packungen. Doch auch Poulet hält sich im Kühlschrank lediglich ein bis zwei Tage; Fisch sogar höchstens einen Tag. Vor dem Einfrieren das Poulet oder den Fisch mit kaltem Wasser abspülen, trockentupfen und in einen Gefrierbeutel legen.

Tipp 7: Milchprodukte
Singles kennen die Misere nur zu gut: Milchprodukte wie etwa Quark oder Mascarpone werden meist nur in 500-Gramm-Töpfen angeboten. Ist eine Packung angebrochen, sollte sie in eine dicht schliessbare Dose umgefüllt werden. So lässt sich das Produkt übrigens auch pro­blemlos einfrieren.

Tipp 8: Geniessen!
Auch ohne Tischkumpane sollte man das Essen zelebrieren und sich damit etwas Gutes tun. Wenigstens hin und wieder! Anstatt Küchenpapier also eine Stoffserviette und auch mal wieder das Porzellangeschirr benutzen, das wertet die Kocherei sofort auf. Dazu ein paar Kerzen anzünden, eine gute Platte auflegen oder einem Hörspiel lauschen. Ist stilvoller, als sich vor den Fernseher aufs Sofa zu fläzen. Und gibt ein gutes Gefühl, weil man sich selbst etwas Gutes getan hat.

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