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F8 Tributo: der letzte V8-Ferrari mit reinem Verbrennungsmotor?

Mit dem F8 Tributo ehrt sich Ferrari selbst. Der Sportwagen zitiert die Markengeschichte und könnte einen Wendepunkt bedeuten.
Philipp Aeberli
Der F8 Tributo ist der jüngste Spross der Ferrari V8-Mittelmotormodelle. Bild: zvg

Der F8 Tributo ist der jüngste Spross der Ferrari V8-Mittelmotormodelle. Bild: zvg

Kaum eine Marke hat so viel Mythos und Strahlkraft wie Ferrari. Der Name ist Sinnbild für italienische Sportwagenhistorie, Rennsportruhm und teuren Luxus.

Ein Image, dass seit der Gründung der Scuderia Ferrari 1948 sorgsam aufgebaut und gepflegt wurde. Sowohl mit Erfolgen auf den Grand-Prix-Strecken dieser Welt als auch mit aufsehenerregenden Sportwagen für die Strasse. Ein roter Faden durch die Modellgeschichte der roten Renner sind die zweisitzigen V8-Mittelmotorsportwagen. Ursprung dieser Geschichte ist der 308 GTB von 1975.

Diese Tradition will Ferrari nun mit dem jüngsten Spross dieser Dynastie ehren: dem F8 Tributo. Er zitiert in seinem Design legendäre Vorfahren wie den F355 (1994 bis 1999) mit vier runden Rückleuchten oder den F40 (1987 bis 1992) mit seiner charakteristischen Leichtbaurückscheibe über dem Motorraum. Auch an der Front wurde das Design im Vergleich zum direkten Vorgänger, dem 488 GTB, klar verändert.

Am auffälligsten ist der Luftauslass auf der Haube, eine von vielen Massnahmen, um die Aerodynamik des Sportwagens zu verbessern.

Höher, schneller und besser

Auch das hat Tradition bei Ferrari. Natürlich muss ein neues Modell in allen Belangen besser sein als sein Vorgänger. Oftmals sind es zahlreiche kleine Details, die in Summe zu signifikanten Fortschritten führen. So produziert der Tributo trotz identischem Grundlayout 10% mehr Abtrieb als sein Vorgänger, ohne dabei mehr Luftwiderstand zu haben. Das hilft dem Wagen, seine Leistung besser auf die Strasse zu bringen – was absolut notwendig ist. Denn natürlich hat Ferrari auch das Herz des Autos weiterentwickelt: den Motor.

Der F8 Tributo ist der jüngste Spross der Ferrari V8-Mittelmotormodelle. Bild: zvg

Der F8 Tributo ist der jüngste Spross der Ferrari V8-Mittelmotormodelle. Bild: zvg

Der F8 Tributo soll nicht nur die lange Ahnenreihe der Mittelmotor-Modelle ehren, er ist auch ein Tribut an den 3,9-Liter-V8 mit doppelter Turboaufladung, den Ferrari seit 2014 in diversen Modellen einsetzt. Ein Triebwerk, dass den Italienern zahlreiche Auszeichnungen und viel Lob einbrachte, weil es die typischen Nachteile eines aufgeladenen Motors, wie das berüchtigte Turboloch oder den weniger emotionalen Klang, fast gänzlich eliminieren konnte. Für die neueste Ausbaustufe wollte Ferrari dem Motor freilich mehr Leistung mit auf den Weg geben.

Doch das allein reicht in einer Zeit von immer strengeren Abgasvorschriften nicht mehr aus. Auch ein Ferrari muss alle gängigen Vorschriften erfüllen. Um die Euro 6d-Abgasnorm zu erfüllen, atmet der V8 nun durch einen Partikelfilter aus. Der reinigt die Abgase, dämpft aber gleichzeitig den Klang und kostet durch den erhöhten Gegendruck auch Leistung. Dank viel Feinarbeit im Motor ist der F8 Tributo dennoch um 50 PS erstarkt; 720 PS und 770 Nm Drehmoment treffen auf 1435 kg Leergewicht; 40 kg weniger als beim Vorgänger. Für Aussenstehende ist der Tributo im Vergleich zum Vorgänger leiser geworden. Das kann man als Verlust sehen, weil der Zweisitzer weniger wild und spektakulär wirkt, aber auch als Gewinn. Denn der Tributo wirkt so erwachsener, gesitteter und souveräner.

Spektakel im Innenraum

Und für die Insassen hat sich dank Resonatoren, die den Klang vom Motorraum in den Innenraum leiten, ohnehin wenig geändert. Sensation und Spektakel bietet der F8 Tributo aber nicht nur beim Klang, sondern auch beim Fahrerlebnis. Die Beschleunigung (0–200 km/h in 7,8 Sekunden) ist schlichtweg atemberaubend. Die Lenkung gibt sich extrem direkt, Gasannahme und Bremsgefühl sind ungemein präzise. Trotz Hinterradantrieb und Mittelmotor gibt sich der Ferrari zudem sehr beherrschbar, was nicht zuletzt an den Erfahrungen mit elektronischen Regelsystemen aus der Formel 1 liegen dürfte.

Damit ist der F8 Tributo absolut würdig, die lange Historie seiner Ahnen auf den Punkt zu bringen. Und er könnte den Anfang einer Wende bedeuten. Für die nächste Dekade möchte Ferrari noch am bewährten V8 festhalten. Doch schon mit dem Supersportwagen SF90 Stradale bringt Ferrari im kommenden Jahr den ersten Plug-in-Hybrid der Markengeschichte auf die Strasse. Nach und nach werden wohl auch weitere neue Modelle elektrische Unterstützung erhalten.

Damit könnte dem F8 Tributo eine historische Rolle zukommen. Vielleicht ist er der letzte V8-Mittelmotorsportler aus Maranello mit reinem Verbrennungsmotor. Wer sich diesen Meilenstein ab November in seine Sammlung stellen möchte, muss allerdings mindestens 264 280 Franken investieren.

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