Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FLUSSFAHRTEN: Einzigartiges Paradies im Donaudelta

Diese Art zu reisen, ist Erholung ohne Stress, verweilen ohne Eile und eine gute Art, fremde Länder und Kulturen kennen zu lernen. Besonders schön ist eine Fahrt mit dem MS «Dnieper Princess» im Donaudelta. In Rumänien geht es auf dem Fluss bis ans Schwarze Meer, wo die Donau in ein riesiges, unberührtes Delta mündet.
Text und Bilder Rolf Breiner
Prachtvoll: die Kathedrale Peter und Paul in Konstanza. (Bild: Karte oas)

Prachtvoll: die Kathedrale Peter und Paul in Konstanza. (Bild: Karte oas)

Nimm dir Zeit – Freizeit, eben Ferien, wo man Beine und Seele baumeln lassen kann. Sehen – hören – ruhen. Auf Kreuzfahrten beispielsweise. Es muss ja nicht immer das Mittelmeer oder die Karibik sein. Majestätische Flüsse, viel besungen und sagenumwoben, liegen so nah. Wie wärs mit der Donau? Sie ist zwar nicht immer blau, aber schillernd, besonders südwärts nach dem Eisernen Tor an der Grenze von Serbien nach Rumänien. Wir haben einen anderen Donaukurs genommen als die bekannte Route zwischen Passau, Wien und Budapest. Wir flogen Bukarest an und «enterten» unser schwimmendes Hotel, das MS «Dnieper Princess».

Plüschig-gemütliches Schiff

Der Kapitän ist ein Seemann wie aus dem Bilderbuch. Rauschebart, Grandezza, Souveränität. Sicher steuert er das Schiff mit seiner ukrainischen Besatzung, die aus 90 Personen besteht. Maximal 250 Passagiere nimmt das MS «Dnieper Princess», das unter ukrainischer Flagge schippert, auf. Es wurde vor gut 35 Jahren in der DDR gebaut, mehrmals saniert und aufgefrischt. Das einladende Schiff gibt sich plüschig-gemütlich. Es misst 129,5 Meter Länge, ist 16 Meter breit und 13 Meter hoch. Es verfügt über mehrere Bars, eine Bibliothek und ein Sonnendeck und rauscht leise bei 10 bis 13 Knoten pro Stunde dahin. Je nach Wetter, Lust und Laune kann man auf dem Sonnendeck relaxen und Wolkenbilder, Landschaften und Vogelscharen an sich vorbeiziehen lassen.

Der Kajütenkomfort ist solide und ausreichend, die Küche schmackhaft und die Preise ordentlich. So kostet ein Bier 4 Euro, eine Flasche Zweigelt 22 Euro. Die Kabinen, alle mit Flussfenster, sind gut ausgestattet mit WC und Dusche, ohne Kühlschrank. Gehbehinderte seien jedoch gewarnt. Es sind manche Treppen zu steigen, einen Lift gibt es nicht. Der Service ist herzhaft freundlich. Der Showabend wird von der Besatzung bestritten. Anina, unsere ukrainische Serviertochter, wartet mit Tanzeinlagen auf.

Bereits in der Antike pries man den zweitgrössten Strom Europas mit seinen nahezu 2900 Kilometern. «Danubius ist der grösste. Er will keinesfalls dem Nil unterlegen sein», lobte Publius Ovidius Naso die Donau um 10 nach Christus. Der Strom, an dem acht Länder beteiligt sind, hat viele Namen. Phisos hiess er bei den Phöniziern, Istrus/Danubius bei den Römern. Napoleon nannte ihn «le roi des fleuves de L’europe».

Eisvögel vor dem Fernglas

Am Ende verästelt sich die Donau in drei Arme: in den Chilia-Arm, der die Grenze zwischen Rumänien und der Ukraine bildet, den Sulina-Arm, kanalisiert und von Meerschiffen benutzt, sowie den Sfântu-Georghe-Arm im Süden. Der Letztere ist vor allem naturbelassen und Ziel von Beobachtungs-Exkursionen. Man muss kein Ornithologe sein, um sich an den zahlreichen Reihern, Kormoranen, Pelikanen, Gänsen, Störchen, Eisvögeln und Seeadlern zu erfreuen. Gewiefte Führer machen auf den Bootsfahrten im Delta auf diese Bewohner aufmerksam. Ein Fernglas tut gute Dienste. Im September haben viele geflügelte Bewohner ihre Heimat bereits gen Süden verlassen. Wer zu spät kommt, kann die Flora und Fauna aber auch im Museum von Tulcea bewundern. Ein Paradies für Naturfreunde und Paddler.

Ein achttägiges Flusskreuzfahrt-Programm mit Ausgangspunkt Bukarest ist ganz aufs Delta fokussiert, mit Abstechern in Städtchen und Dörfer. Wylkowo auf ukrainischem Gebiet beispielsweise. In diesem Dörfchen scheint die Zeit stillzustehen. Es ist die Heimat der Lipowaren, die aus Glaubensgründen im 17. Jahrhundert aus Russland hierher geflohen sind. In Wylkowo können sie ihren Glauben leben. Man spaziert über Naturstrassen und Wege, vorbei an schmalen Gräben und Hauskanälen, die bei entsprechendem Wasserstand mit Booten befahren werden. Etwas hochtrabend wurde in alten Reisebüchern das Dorf als «kleines Venedig der Ukraine» gepriesen. Na ja – mit viel Fantasie. Hier findet man bei genauem Hinsehen die arg mickrige Tafel mit der Aufschrift «KM 0».

Izmajil wird vor allem als historisches Denkmal gehandelt. Hier hatte 1790 der russische Kommandant Alexander Sukoworow die Festung der Osmanen erobert und so die Türken verdrängt. Erdwälle, eine Moschee und ein Panorama künden von diesem Geschichtsereignis. Izmajil wurde nach dem Ersten Weltkrieg Rumänien zugesprochen, dann russisch und gehört heute zur Ukraine. Vom russisch-ukrainischen Konflikt spürt man hier aber nichts.

Tulcea ist die grösste Stadt in diesem Gebiet, das rumänische Eingangstor zum Delta. Hier lebt ein Vielvölkergemisch _ friedlich. Weit sichtbar erhebt sich auf einem Hügel das Denkmal der Unabhängigkeit. Na ja, man beugt sich dem Ausflugsprogramm.

Ergiebiger ist freilich der Ausflug nach Sulina (Kilometer 0), ein ehemaliges Fischerdorf, das nun von angeschwemmtem Land umschlossen ist und wo der Leuchtturm mitten im Dorf steht. Die Donau schwemmt jährlich 80 Tonnen Erde und Schlamm an und schiebt so das Land ins Schwarze Meer hinaus. Sehr empfehlenswert ist ein entspannender Abstecher an den nahe liegenden Badestrand Plaja Sulina. Man findet wohl Liegestühle, ein Restaurant, doch von aufdringlichem Tourismusrummel keine Spur, keine Motorboote und andere Krachmacher.

Trubel und Geschäftigkeit kann man dagegen zur Genüge in Mamaia antreffen – in der Sommersaison. Vergleichbar mit El Arenal auf Mallorca: Bars, Dancings, eine Schwebebahn und jede Menge Fastfood-Buden, Restaurants, Läden. Ertragbar im Herbst, aber dann haben viele Geschäfte und Restaurants geschlossen. Empfehlenswerter ist da ein Bummel, möglichst individuell und ohne Herdentrieb, in Constanta (Konstanza): von der Ovid-Statue – der römische Dichter wurde hierher verbannt – zum Archäologischen Park, weiter zur Moschee und zur Kathedrale Peter und Paul und schliesslich zum Strand mit dem architektonisch verspielten, an Rokoko erinnernden Casino. Ein stattlicher Bau im Dornröschenschlaf, für dessen Belebung zwar Euro-Gelder vorhanden wären, jedoch offensichtlich keine geeigneten Pläne vorliegen.

Unendliche Feuchtgebiete

In den Achtziger- und Neunzigerjahren wurde auf Anweisung des rumänischen Diktators Ceau?escu rund ein Fünftel des Deltaraums zerstört, bis sich Rumänien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine zum Schutz und zur Renaturierung der Feuchtgebiete verpflichteten. Rumänien erklärte 1990 als erster Anrainer sein Delta-Territorium zum Biosphärenreservat, die Unesco nahm das Gebiet 1993 ins Weltkulturerbe auf. 72 Prozent des Deltagebiets stehen unter Naturschutz. Was die Besucher erwartet: unendliche Schilffelder, verschwiegene Wasserläufe, Seen, Bäche, unberührte Ufer, ab und zu mal Angler und Fischer, spärliche Siedlungen. Eine reiche Fauna und unendlich viel Ruhe. Und die tut nicht nur den Reisenden 50 plus gut.

Donaureisen in allen Schattierungen

Bild: oas

Bild: oas

red. Thurgau Travel ist ein grosser Schweizer Anbieter in Sachen Flussreisen. Geboten werden Donaureisen aller Schattierungen. Wer will, kann die Donau durch acht Länder bereisen, von Passau (Busanreise) ins Donaudelta und zurück mit der «Excellence Princess», 15 Tage ab 1995 Franken (Dreibettkabine) bzw. 2755 Franken (Zweibett) oder mit dem MS «Melodia» (ab 2290 Franken).

Eine achttägige Reise mit der MS «Dnieper Princess» kommt auf 1090 (Zweibettkabine Hauptdeck) bis 1790 Franken (Zweibettkabine deluxe Oberdeck). Flug Zürich–Bukarest mit Stadtrundfahrt. Kreuzfahrt von Fetesti an der Donau nach Sulina, Tulcea, Wylkowo, Izmail (Donaudelta) und zurück nach Fetesti. Busausflug nach Constanta. Transfer und Rückflug nach Zürich. Acht Ausflugspakete sind vorher zu buchen (220 Franken).

Reiseinfos: «Donau-Kreuzfahrt». Dumont direkt 2014, ca. Fr. 19.–.

Opulent: Das Casino in Rumäniens Hafenstadt Konstanza ist am Zerfallen. (Bild: Karte oas)

Opulent: Das Casino in Rumäniens Hafenstadt Konstanza ist am Zerfallen. (Bild: Karte oas)

Elegant: Eine überdachte Einkaufspassage in Bukarest. (Bild: Karte oas)

Elegant: Eine überdachte Einkaufspassage in Bukarest. (Bild: Karte oas)

Auf Bootsfahrten kann man Seeadler, Störche und Eisvögel beobachten. (Bild: Karte oas)

Auf Bootsfahrten kann man Seeadler, Störche und Eisvögel beobachten. (Bild: Karte oas)

Der Kapitän hat einen prachtvollen Rauschebart. (Bild: Karte oas)

Der Kapitän hat einen prachtvollen Rauschebart. (Bild: Karte oas)

Das Schiff wurde vor 35 Jahren in der DDR gebaut. (Bild: Karte oas)

Das Schiff wurde vor 35 Jahren in der DDR gebaut. (Bild: Karte oas)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.