Ford Mondeo mit Sportwagen-DNA

Der Ford Mondeo ist ein klassischer Familienkombi. Beim Fahren kommt aber viel Spass auf, so dass Papa sicher auch mal gerne allein unterwegs ist ...

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Ford Mondeo mit markanter «Schnauze»: Erinnerungen an eine Nobelmarke sind durchaus gewollt. (Bild: PD)

Ford Mondeo mit markanter «Schnauze»: Erinnerungen an eine Nobelmarke sind durchaus gewollt. (Bild: PD)

Der neue Mondeo ist bereits ein bewährtes Auto. Vor drei Jahren erstmals vorgestellt, wurde er ein Opfer der Finanzkrise. Das ursprünglich für ihn vorgesehene Werk in Genk (Belgien) wurde geschlossen. Die in die Bresche springende Fabrik in Valencia musste zuerst umgerüstet werden. Als Ford Fusion ist er in den USA längst ein Erfolg, jetzt soll endlich Europa folgen.

Verwandte Designer

An der Optik wird das nicht scheitern: Vorne holt sich der Mondeo stilistische Anleihen bei ... Aston Martin. Vielleicht waren die Designer ja Verwandte. Schönheit hin oder her, das Hauptargument für den Kauf eines Mittelklassekombis ist der Platz, und da zeigt sich der Mondeo in allen Belangen grosszügig. Ob Kofferraum oder Lebensraum in der zweiten Sitzreihe: Platzangst kommt nirgends auf, auch wenn die Dimensionen im Vergleich zum Vormodell leicht geschrumpft sind.

«Bei den Leuten»

Die Frontreihe ist natürlich die erste Klasse: Auf bequemen, sportlich stützenden Sitzen (Version «Titanium») schweift der Blick über eine Armaturenlandschaft, die sich (endlich!) vom Stil früherer Ford-Modelle verabschiedet: keine verschalteten, in Plastikwüsten versenkte Uhren mehr, sondern grosse, schlichte Anzeigen und ein grosses Navidisplay. Dass der Mondeo dreijährig ist, spürt man bei der Bedienung des Infotainmentsystems: Da ist der Konkurrent VW Passat vorbeigezogen. Auch bei den Assistenzsystemen wäre der Mondeo damals führend gewesen. 2015 ist er da, wo auch die Konkurrenz grast.

Vielen Marktbegleitern voraus ist er hingegen beim Fahren: Bereits nach wenigen Kilometern kommt Plausch auf ab dem in unserem Testwagen montierten 180-PS-Dieselmotor. Hat er einmal das Kaltstartnageln überwunden, erfreut er mit gepflegten Manieren und rasantem Durchzug. Subjektiv würde man in ihm ein paar PS mehr vermuten. Wahrscheinlich hat dies mit dem gesamten Habitus des Mondeo zu tun: Er vermittelt ein tolles Gefühl von Leichtigkeit, kein «Heavy-Car-Groove», wie es die Dimensionen vermuten lassen. Ein Verdienst auch des tollen Fahrwerks, das zusammen mit der direkten Lenkung zum spassigen «Kurvenräubern» animiert. Und das mit dem Inbegriff eines Familienmobils.

Wie schlimm ist es nun, dass der Mondeo verspätet auf den Markt kommt? Wir sagen: Kein Problem, in wichtigen Bereichen ist er auf Höhe der Besten, beim Fahrwerk sogar darüber. Und kein Konkurrent hat vorne den Aston-Martin-Blick.

Andréas Härry