Rückblick Wissenschaft: 2019 war das Jahr der Planetenjäger

Schweizer Astrophysiker gewinnen den Nobelpreis – und sind Teil der Mission Cheops.

Bruno Knellwolf
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Suche nach Zwillingserden: Cheops ist die wichtigste Schweizer Raumfahrtmission.

Suche nach Zwillingserden: Cheops ist die wichtigste Schweizer Raumfahrtmission.

Bild: Keystone

Erdähnliche Planeten, auf denen man sich ohne überschäumende Fantasie Leben vorstellen könnte – und das viele Lichtjahre entfernt. Solche Exoplaneten, die um einen Stern ausserhalb unseres Sonnensystems kreisen, sucht die am 18. Dezember gestartete Weltraum-Mission Cheops. Eine gemeinsame Mission der Europäischen Weltraumorganisation und der Schweiz unter Leitung von Willy Benz von der Universität Bern.

Mit dabei im 100 Millionen Euro teuren Weltraumprojekt ist ein anderer, der dieses Jahr weltweit Schlagzeilen gemacht hat: Didier Queloz von der Universität Genf, der zusammen mit seinem Genfer Kollegen Michel Mayor vor drei Wochen in Stockholm den Nobelpreis für Physik entgegengenommen hat. Queloz und Mayor hatten im Jahr 1995 den ersten Exoplaneten entdeckt und damit die Planetenjagd weltweit lanciert.

700 Kilometer über der Erde kreist das Teleskop

Vor einigen Jahren hatte Queloz beim Skifahren zusammen mit einem amerikanischen Forscher die Idee, mit einem Schweizer Satelliten nicht nach neuen Exoplaneten zu suchen, sondern die bereits bekannten exakter zu bestimmen, um damit erdähnliche Planeten zu finden. Seine Idee stellte Queloz Willy Benz vor, der die Cheops-Mission nach siebenjähriger Arbeit mit 150 Wissenschaftern nun ins All gebracht hat. Damit sollen Grösse und Dichte bestimmt werden, sodass deutlich wird, ob es sich um einen Gasplaneten wie Jupiter oder einen aus Stein und Eisen wie die Erde handelt. Und ob es dort Wasser und eine Atmosphäre gibt.

Die drei Schweizer Planetenjäger und ihr Team schauen nun mit Anspannung in den Himmel. Denn 700 Kilometer über der Erde kreist der von einer Sojus-Rakete in die Umlaufbahn beförderte Forschungssatellit Cheops. Noch ist der Erfolg nicht sicher. Gespannt warten die Berner und Genfer Astrophysiker auf die ersten Bilder von Cheops.