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Forschungsprojekt
Als Beweisstück: Hunderte Schweizer vergraben Unterhosen in ihrem Garten

Forschende der Agroscope und der Universität Zürich lassen wieder Unterhosen vergraben. Der Vorsitzende des Projekts «Beweisstück Unterhose» sagt, warum.

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(smo)

Schweizer Forschende wollen wissen, wie es hierzulande um die Bodenqualität steht. Um ein möglichst grosses Forschungsfeld zu haben, lassen sie tausend Freiwillige mitarbeiten. Diese vergraben derzeit Baumwollunterhosen in ihrem Garten oder auf ihrem Feld.

«Beweisstück Unterhose» lautet der Name des Forschungsprojekts. «Wir wollen den Bürgern, Landwirten und Gärtnern aufzeigen, was für eine unglaubliche unterirdische Biodiversität existiert und wie wichtig diese ist für die Prozesse im Boden und somit für die Produktion von Nahrungsmitteln», sagt der Projektvorsitzende Marcel van der Heijden gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

In einem ersten Schritt haben vor zwei Jahren Familien auf einem Feld der Forschungsanstalt Agroscope in Zürich Unterhosen vergraben:

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Nun soll das Projekt in der ganzen Schweiz stattfinden, indem tausend Freiwillige im Wallis, im Tessin oder in der Ostschweiz Unterhosen auf ihren eigenen Grundstücken vergraben. «Damit wir eine Übersicht bekommen über die Bodenqualität in der ganzen Schweiz», so Marcel van der Heijden. Neben den Unterhosen sollen die Freiwilligen auch Teebeutel vergraben.

Das grösste Bürger-Forschungsprojekt der Schweiz

Insgesamt werden so 2000 Proben aus dem ganzen Land möglich. Somit ist das Projekt laut der Nachrichtenagentur das bisher grösste Citizen-Science-Projekt der Schweiz, also das grösste Forschungsprojekt, an dem die Bevölkerung beteiligt ist.

Nach zwei Monaten werden die Unterhosen wieder ausgegraben und untersucht. Denn: Ist die Bodenqualität gut, ist eine Baumwollunterhose nach zwei Monaten fast vollständig abgebaut.