Getestet

Für mehr Geld erhält man weniger – Bei diesem Zelt ist das ein guter Deal

Für Outdoor-Sportler, die möglichst wenig Gewicht mit sich tragen wollen, gibt es jetzt Zelte der Gewichtsklasse «Crazy light». Doch die sind nicht für alle geeignet.

Sabine Kuster
Drucken
Teilen
Das Zelt Fly Creek von Big Agnes.

Das Zelt Fly Creek von Big Agnes.

Bild: zvg

Als würde man einem Schmetterling aus seinem Kokon helfen: Ich packe das Zwei-Personen-Zelt Fly Creek aus. Es liegt federleicht in meiner Hand. «Crazy light» nennt der amerikanische Hersteller Big Agnes diese Gewichtsklasse. Der Name des 652 Gramm leichten Dings passt. Verrückt, der Sack mit den Alu-Heringen ist die schwerste Komponente.

Das Gestänge ist aus Karbon, die Zelthaut aus Dyneema. Diese Fasern gehören zu den stärksten überhaupt und sollen beim selben Gewicht 15-mal tragfähiger als Stahl sein.

Einfärben lassen sie sich nicht – oder nur, wenn andere Fasern mit verwebt werden. Das Zelt Fly Creek und das etwas geräumigere Tiger Wall sind deshalb fast durchscheinend. Das grössere Zelt ist übrigens 100 Gramm schwerer und kostet dafür 100 Franken weniger. So rechnet die Crazy-light-Branche.

Die beiden Zelte sind in fünf Minuten ohne Anleitung problemlos aufgestellt. In beiden haben zwei Personen Platz – im Fly Creek jedoch nur in Sardinen-Atmosphäre: Die Füsse des einen müssen dazu beim Kopf der anderen liegen – und man muss schmale mumienförmige Schlafmatten besitzen: Die Breite des Innenzeltes beträgt nur 130 Zentimeter.

Für gewöhnliche Wanderer ist das nichts, man muss schon ein Leichtigkeit-Freak sein, Trailrunner oder Weitwanderer beispielsweise. Das Zelt sollte nicht Sturmwind ausgesetzt werden und braucht einen geschützten Ort zum Aufstellen. Erhältlich ist es zum Beispiel bei Transa – dort kann auch einmal über das crazy-Material gestreichelt werden, ohne dass man es kaufen muss.