Kolumne

Instagram der Woche: Vögelchen zwitschern Unbequemes

Auch wenn's verboten ist, Millionen Iraner twittern.

Michael Genova
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Es ist eines der absurdesten Gesetze der Islamischen Republik. Im Iran ist Twitter zwar verboten, doch Millionen Iraner nutzen den Kurznachrichtendienst. Sogar der iranische Präsident Hassan Rohani ist Mitglied bei Twitter – und damit der prominenteste illegale Benutzer.

Warum die Behörden solche Angst haben, zeigt das Bild des iranischen Fotografen Babak Kanaani (@babak.kanaani) geradezu exemplarisch: Ein Gewitter braut sich über dem Kopf einer jungen Frau zusammen, die durch die Strassen Teherans schlendert. Hoch oben auf ­der Wolke zwitschert ein Vögelchen unbequeme Botschaften in die Welt: Das ­islamische Establishment hat Angst vor einem solchen Twitter-Sturm. So wie er sich im Jahr 2009 während der Grünen Bewegung ereignete. Demonstranten nutzten Twitter zur Koordination ihrer regimekritischen Aktionen und verbreiteten Bilder und Videos der Proteste im In- und Ausland.