GENIESSEN: Suppen sind super – besonders jetzt

Fast nichts geht über eine gute Suppe. Sie kann als Vorspeise serviert werden, genauso gut aber auch als Hauptspeise, gerade in der Fastenzeit. Unser Kochexperte gibt ein paar Tipps.

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Ein schön dampfender Suppentopf verspricht meist eine Wohltat für Leib und Seele. (Bild: Getty)

Ein schön dampfender Suppentopf verspricht meist eine Wohltat für Leib und Seele. (Bild: Getty)

Herbert Huber

Als Kind habe ich mich gefragt, wa­rum Erwachsene Suppen so lieben. Mich haben Suppen damals nur begeistert, wenn geröstete Brotwürfeli, Flädli, Buchstaben oder Backerbsen daraus zu fischen waren. In der Kochlehre lernte ich dann, dass eine Suppe das Markenzeichen eines Kochs sei. Und heute, wo so vieles aus dem Beutel angerührt in den Tellern landet?

Suppen haben eigentlich das ganze Jahr über Saison, selbst im Hochsommer. Dann am besten kalt. Am meisten gefragt sind Suppen aber nach wie vor in der kälteren Jahreszeit, zum Aufwärmen, wenn man längere Zeit draussen war, auf der Skipiste oder auch an der Fasnacht. Die Innerschweizer ist zwar jetzt auch schon wieder vorbei, aber die Basler haben es noch vor sich, morgen Montag um 4 Uhr geht es los am Rheinknie, und neben «Drummle und Pfyffe und Ladäärne» dürfen auch zwei Gerichte nicht fehlen: «Ziibelewäije» und «Basler Määlsuppe». Ich gebs zu: Bei diesen munden sogar mir die fixfertigen von Maggi und Knorr.

Linsen in der Fastenzeit

Suppen passen aber natürlich auch bestens in unsere Fastenzeit. Sie begann am Aschermittwoch und dauert bis Karsamstag. «Gemüsiges» ist jetzt immer mal Trumpf. Als Alternative zu einer wunderbaren Minestrone schlage ich auch eine Linsensuppe vor. Liebevoll zubereitet, kann sie Fleischeslust (fast) vergessen lassen. Rote, grüne und schwarze Linsen, die braunen und bunten «Perlen der Gemüse», lassen das Kochherz höherschlagen. Und ­sollten mich dann doch «sündige ­Gelüste» befallen, kann ich ja immer noch ein Würstchen oder etwas Speck hineinlegen.

Restensuppe aus Brot

Zu denken gab mir, als ich kürzlich aus «Gwunder» bei dem für Brotresten reservierten Kübel der Stansstader Entsorgungsanlage den Deckel abhob. Da hat es auch mir den Deckel gelupft: Ganze Laibe lagen drin, neben Weggli, Mutschli und Co. Gut, wenn das wenigstens noch Hasen und Pferde knabbern dürfen.

Die Frage drängte sich mir trotzdem auf: Kann denn heute niemand mehr aus Brotresten eine Suppe kochen? Sind die Zeiten definitiv vorbei, da das Brot noch praktisch «heilig» war und – ausser bei Schimmel – auf keinen Fall fortgeworfen werden durfte?

Moralisieren liegt mir nicht so. Als Koch gluschtig machen möchte hingegen schon. Es gibt nämlich eine ganze Reihe an köstlichen Gerichten, die man aus Brotresten machen kann: zum Beispiel Käsesuppe, Apfelrösti, Vogelheu und – um aufs heutige Thema zurückzukommen – eine Brotsuppe. Probieren Sie doch das Rezept aus. Es ist etwas Exklusives: Eine Brotsuppe gibts noch nicht aus dem Beutel ...