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GENUSS: Warum die Isländer so bärenstark sind

Die Isländer sind ein sportliches Phänomen. Wir vermuten: Das hat auch mit ihrer Traditionsküche zu tun.
Typisch Island: gesengter Schafskopf mit Beilagen, bei welchen auch der Schnaps nicht fehlen darf. (Bild: Getty / Matthew Micah Wright)

Typisch Island: gesengter Schafskopf mit Beilagen, bei welchen auch der Schnaps nicht fehlen darf. (Bild: Getty / Matthew Micah Wright)

Hans Graber

Island sorgt im Fussball für Furore und gehört auch im Handball zu den weltbesten Teams. Und das bei einer Einwohnerzahl von 334 500, weniger also als der Kanton Luzern mit seinen rund 400 000. Wie ist das möglich?

Neben dem Wikinger-Gen, das für eine gewisse Grundraubeinigkeit sorgt, tragen Natur und Klima dazu dabei, dass Isländer schon von klein auf abgehärtet werden. Für den traditionellen Walfischfang braucht es ordentlich Muskelkraft. Weil zudem jederzeit ein Vulkanausbruch droht, muss man für die Flucht schnell und ausdauernd rennen sowie notfalls auch glühendes Gestein beherzt wegkicken können. All diese Eigenschaften saugt der Isländer bereits mit der Muttermilch in sich hinein.

Aber das allein kann es nicht sein, denn auch andere Nationen müssen in eher unwirtlichen Gegenden mit vergleichbaren Herausforderungen fertig werden und kommen trotzdem nirgendwo zu sportlichen Meriten.

Gammelhai und Hammelhoden

Was machen Isländer anders? Doping? Nein, nein, sicher nicht mehr als alle anderen auch. Wir behaupten: Es liegt an der Ernährung. Erahnen lässt dies eine kurze und unvollständige Auflistung traditioneller Island-Speisen:

  • Hákarl , auch als «Gammelhai» bekannt: Er wird zunächst wochenlang eingegraben oder fault in Kisten vor sich hin. Dabei wird im Haikörper Ammoniak freigesetzt. Erst dadurch wird das Fleisch essbar (meint: ungiftig). Damit der bestialisch riechende Ammoniak weiter abziehen kann, wird der Fisch danach noch zum Trocknen aufgehängt. Gegessen wird er, in kleine Stückchen geschnitten, an Feiertagen. Beilage: viel Schnaps, hauptsächlich Brennivín , auf Island auch «schwarzer Tod» genannt.
  • Kaest skata: fermentierter Rochen, der ähnlich zubereitet wird wie der Hai und am 23. Dezember auf den Tisch kommt.
  • Svio: GesengterSchafskopf, in Salzwasser gekocht, serviert mit Kartoffelund/oder Kohlrübenpüree.
  • Súrsadir Hrútspungar: So nennt man in Molke eingelegte Hammelhoden.
  • Slátur: In Schafsmagen eingepackte und gekochte Schafsinnereien.
  • Selshreyfar: Sauer eingelegte Robbenflossen.

Isländer essen natürlich nicht täglich so. Im Supermarkt gibt es heute fast alles, was es auch bei uns gibt, und auch Restaurants aller Art sind vorhanden. Was hingegen seit der Finanzkrise 2009 fehlt, ist ein McDonald’s (vielleicht wirkte das zusätzlich beflügelnd).

Trotzdem ist anzunehmen, dass die Island-Sportler hin und wieder zu den genannten Speisen greifen – und danach eigentlich nichts mehr fürchten müssen, weder Tod noch Teufel und auch nicht Österreicher, Engländer und Franzosen.

Ob man den Speiseplan unserer Nati entsprechend anpassen müsste? Schwierige Frage. Vielleicht, so wird sich der eine und andere der Petkovic-Burschen denken, hat es ja auch sein Gutes, nicht zu den Besten zu gehören.

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