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GEWÜRZE: Zimt und Vanille – das Aroma des Advents

Der Duft von Zimt und Vanille betört unsere Sinne. Die Weihnachtsgewürze eignen sich für Desserts, ­verfeinern aber auch pikante Gerichte. Und sind erst noch erstaunlich gesund. Angela Bernetta
Die Vanillepflanze ist eine Kletterorchidee aus dem Tropenwald.

Die Vanillepflanze ist eine Kletterorchidee aus dem Tropenwald.

Süsslich-blumiges Vanille

Würze der AztekenZum Würzen wird das Fruchtfleisch der Schote verwendet. Schneidet man die Schote der Länge nach auf, kann man das Fruchtfleisch gemeinsam mit den schwarzen Samen herauskratzen und verleiht so jedem Gericht einen speziellen Touch. Vanille stammt ursprünglich aus Mexiko und Zentralamerika. Schon die Azteken würzten damit ihre Gerichte.

Tropische Kletterorchidee Bei der Vanille handelt es sich um die Kapsel der Vanillepflanze, einer Kletterorchideenart. Sie fühlt sich in tiefgelegenen Tropenwäldern wohl und rankt sich etwa bis 30 Meter an Urwaldbäumen hoch. Die Schoten werden unreif gepflückt und einem langen und komplizierten Fermentierungsverfahren unterzogen, das den hohen Preis der Zutat erklärt. Die Schoten erhalten dadurch den schwarzbraunen Glanz und das Aroma. Natürliche Vanille ist nach Safran das zweitteuerste Gewürz der Welt. Sie wird in Madagaskar, Indien und Indonesien angebaut. Die jährliche Produktionsmenge von etwa 1000 Tonnen reicht bei weitem nicht, um den Bedarf zu decken. Deshalb wird Vanillin auch künstlich hergestellt. Synthetische Vanille findet man im Vanillezucker.

StimmungsaufhellendStress beim vorweihnachtlichen Einkaufen? Da kann es helfen, ein paar Guezli zu naschen. Die darin enthaltenen Gewürze wecken nicht nur wohlige Kindheitserinnerungen, sie tun auch Körper und Seele gut. Der Aromastoff Vanillin ist mit den Sexuallockstoffen des Menschen verwandt. Er soll stimmungsaufhellend und aphrodisierend sein, bei Depressionen und Angstzuständen helfen und die Nerven beruhigen.

Feurig-scharfer Sternanis

Im Glühwein und zur EnteSternanis wird Glühwein beigemischt. Chinesische Köche veredeln mit Sternanis seit jeher Ente, Geflügel und Schweinefleisch. Wer Sternanis ausprobieren möchte, verfeinere damit Brathuhn, gedämpften Fisch, Muscheln oder klare Suppen. Er wertet auch Lauch- und Kürbisgerichte auf. In einem Mörser oder Mixer wird die getrocknete Frucht zu Pulver gemahlen. Der Geschmack reicht von süsslich-scharf bis feurig.

Am MagnolienbaumSternanis ist die Frucht eines immergrünen Magnolienbaumes, der etwa zwanzig Meter hoch wird. Er wächst in tropischen Gebieten in China und Vietnam. Die Früchte werden vor der Reife gepflückt und in der Sonne getrocknet bis sie verholzen. Reifer Sternanis hat die Form eines achtzackigen Sterns. Das Gewürz ist nicht mit Fenchel oder Anis verwandt, wie sein Name nahelegt.

VerdauungsförderndSternanis enthält Anethol. Dieses verleiht Likören wie Pastis, Ouzo oder Sambuca, aber auch Kaugummi und verschiedenem Gebäck eine besondere Note. Anethol wird eine entzündungshemmende und schleimlösende Wirkung nachgesagt. Es ist deshalb häufig Bestandteil von Arzneimitteln gegen Husten- und Erkältungskrankheiten. Ferner lindert das Öl Beschwerden im Magen- und Darmbereich und fördert die Verdauung. So haben insbesondere üppige Mahlzeiten, die mit reichlich Sternanis gewürzt sind, kaum Blähungen oder Magenbrennen zur Folge.

Nelken für einen Hauch Exotik

LebkuchenduftNelken veredeln verschiedene Gerichte und werden in den USA zum Spicken von Schinken und in Deutschland für Gewürzbrot verwendet. Hierzulande aromatisieren sie Rotkraut oder Reis. Eine mit Nelken gespickte Zwiebel verfeinert Marinaden und Brühen. Das Gewürz adelt Basler Leckerli, Lebkuchen, Obstspeisen oder Glühwein genauso wie Wild- und Schweinebraten, Suppen und Würste. Nelken finden sich in Gewürzmischungen wie dem indischen Garam Masala, dem chinesischen Fünf-Gewürz-Pulver oder dem marokkanischen Ras el-Hanout. Einer US-Studie zufolge wirken die im Gewürz ent­haltenen ätherischen Öle gegen Mikro­organismen und machen die Zutat deshalb zu einem natürlichen Konservierungsmittel.

Aus Madagaskar Die Gewürznelkenbäume stammen von den Molukken, einer indonesischen Inselgruppe zwischen Sulawesi und Neuguinea. Neben Indonesien gehört heute Madagaskar zu den weltgrössten Exporteuren von Nelken. Die immergrünen Gewächse werden nicht höher als 15 Meter. Bis zur vollen Fruchtbarkeit brauchen sie zwanzig Jahre und tragen etwa fünfzig Jahre lang Früchte. Der Baum mag tropisches Meeresklima. Gewürznelken sind die ungeöffneten Blütenknospen des Baumes. Sie werden nach der Ernte getrocknet, was ihnen eine dunkelbraune Farbe verleiht. In China und Indien nutzte man die Gewürznelke schon Jahrhunderte vor Christi Geburt. Chinesische Höflinge und Staatsbeamte mussten gar eine Nelke im Mund haben, bevor sie mit dem Kaiser sprachen, damit ihr Atem gut roch.

SchmerzstillendNelkenöl hat eine schmerzstillende, desinfizierende und entzündungshemmende Wirkung. Gegen Zahnschmerzen soll das Öl helfen. Bei Erkältungskrankheiten wirken ­einige Tropfen im heissen Wasser beim Inhalieren Wunder. Auch Unterleibsbeschwerden oder Verdauungsprobleme soll Nelkenöl lindern. In der Aromatherapie und beim Massieren ist die Ingredienz ebenfalls gefragt. Mit Nelkenduft werden Parfums, Seifen und Zahnpasten verfeinert. Und wer den Duft im Schrank oder Zimmer mag, der verwende eine Nelkenkugel, eine mit Nägeli gespickte Orange.

Das gewisse Etwas von Zimt

Guezli und Currys Das Gewürz gehört zu den ältesten überhaupt. Ob im Glühwein, Weihnachtsgebäck oder in Currys: Zimt verleiht süssen wie deftigen Gerichten das gewisse Etwas. Kaufen kann man ihn als Stange oder Pulver. Der qualitativ hochwertige Ceylon-Zimt ist bei uns gebräuchlicher, er ist feinwürzig und aromatisch. Der minderwertige Cassia-Zimt ist herber im Geschmack und enthält viel Kumarin. Dieser natürliche Aroma- und Duftstoff findet sich auch in Lavendel und Datteln. Massvoll konsumiert hat die Essenz eine krampflösende und beruhigende Wirkung. Eine Überdosis kann aber Kopfschmerzen, Übelkeit und sogar Schäden an Leber und Nieren nach sich ziehen. Bei Kindern ist die zulässige Grenze schnell erreicht. Obwohl hierzulande stark kumarinhaltiger Zimt wenig verbreitet ist, legt das Bundesamt für Gesundheit einen provisorischen Grenzwert von 50 mg pro Kilogramm bei Lebensmitteln fest.

Umkämpfte Handelsware Zimt wird aus der Rinde des Zimtbaums gewonnen. Es stammt ursprünglich aus Sri Lanka. Quellen verweisen auf das alte China, wo Zimt bereits 3000 Jahre vor Christus verwendet worden sein soll. Erwähnung findet das Gewürz auch in Sanskritschriften und in der Bibel. Zimt war während der Hochblüte des europäischen Gewürzhandels im 15. und 16. Jahrhundert kostbare Handelsware. Mit edlen Gewürzen verdienten Portugiesen, Niederländer, Engländer und Franzosen nicht nur viel Geld, sie lieferten sich auch Handelskriege und Seeschlachten ums Gewürzmonopol. Die deutsche Bezeichnung Zimt als auch das englische Cinnamom gehen auf das lateinische Wort «cinnamomum» zurück. Sprachforscher gehen davon aus, dass der Name ursprünglich vom indonesischen Wort «kayu manis» abgeleitet wurde, was süsses Holz bedeutet.

Lustfördernd Ein Tropfen Zimtöl im Duftlämpchen schmeichelt der Seele, wenn wir uns schlapp und kränklich fühlen und weckt die Liebeslust. Zimtöl lindert Husten, Heiserkeit und Mens­truationsbeschwerden. Es hat zudem eine kreislaufanregende und verdauungsfördernde Wirkung.

Zimt wird aus der Rinde des Zimtbaums hergestellt. (Bild: Getty)

Zimt wird aus der Rinde des Zimtbaums hergestellt. (Bild: Getty)

Sternanis ist die Frucht eines Magnolienbaums. (Bild: Getty)

Sternanis ist die Frucht eines Magnolienbaums. (Bild: Getty)

Der Gewürznelkenbaum braucht bis zur vollen Fruchtbarkeit 20 Jahre. (Bild: Getty)

Der Gewürznelkenbaum braucht bis zur vollen Fruchtbarkeit 20 Jahre. (Bild: Getty)

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