Hä - was heisst denn das? - Unübersetzbare Wörter aus der ganzen Welt

Ein neues Buch vereinigt neben anderen Sprachkuriositäten die «schönsten unübersetzbaren Wörter» der Welt. Wobei: übersetzbar sind sie schon, aber man braucht dafür in der eigenen Sprache meist recht viele Worte.

Text: Hans Graber, Illustrationen: Martina Regli
Drucken
Teilen
Bakkushan (Japanisch): Frau, die von hinten attraktiv aussieht, von vorne das Erwartete aber nicht halten kann. Kommt auch bei Männern vor.
12 Bilder
Fortnight (Englisch): Zeitraum von zwei Wochen, abgeleitet von 14 nights, weil es für Zeitintervalle statt mit Tagen auch mit Nächten geht.
Segatura (Italienisch): Für bettelarme Suchthaufen: Funktionsfähige Zigarette, die aus Zigarettenstummeln zusammengekleistert wird.
 Huiji-Jiyi (Chinesisch): Der Arzt hat zwar gesagt, man müsse das Bett hüten, aber ein Huiji-Jiyi will ums Verrecken nicht als krank gelten.
Tsondoku (Japanisch): Gekaufte Bücher, die später ungelesen ins Regal wandern. Bei einigen Leuten ist die ganze Bibliothek Tsondoku.
 Gluggavedur  (Isländisch): Wetterkapriolen: Von drinnen hat es doch so schön ausgesehen, im Freien aber ist es eine garstige Zumutung.
 Lampadato (Italienisch): Eine Art «Harry Hasler»: Braune Lederhaut, Goldkettchen, aufgeknöpftes Hemd, schmierige Sonnenbrille.
 Helgefyll (Norwegisch): Auch bei uns verbreitet, in Skandinavien aber anscheinend in verschärfter Form. Gemeint ist «wochenendbesoffen».
Peninkulma (Finnisch): Maximale Distanz, aus welcher man ein Hundegebell noch hören kann. Bei penetranten Kläffern sind das Kilometer.
 Age-Otori (Japanisch): So nennt man jemanden, der nach dem Coiffeurbesuch schlechter aussieht als davor. Ein weit verbreitetes Phänomen.
Sambo (Schwedisch): Zusammen leben und lieben, aber ohne Trauschein. Heisst bei uns Konkubinat, aber Sambo klingt definitiv schöner.
Karoshi (Japanisch): Tod durch Überarbeitung – ein nicht zu unterschätzendes Problem. Allerdings: Auch Nichtstun kann böse enden.

Bakkushan (Japanisch): Frau, die von hinten attraktiv aussieht, von vorne das Erwartete aber nicht halten kann. Kommt auch bei Männern vor.

Bitte lächeln

Beim Fotografieren erfolgt bei uns das Kommando «Cheese!». Andere Länder, anderer «Käse»:

  • Italien: «Famiglia!»
  • Kolumbien: «Whiskey!»
  • Spanien: «Patatas!» (Kartoffeln)
  • Thailand: «Pepsi!»
  • Portugal: «Diga X!» (Sag X)
  • Korea: «Kimchi!» (Kohl)
  • Estland: «Hernesupp!» (Erbsensuppe)
  • Finnland: «Muikki!» (Fischart)
  • Belgien: «Ouistiti!» (Kleines Äffchen)

Unübersetzbares Deutsch

Auch die deutsche Sprache kennt eine Reihe von Wörtern, die sich nicht kurz und bündig übersetzen lassen. Beispiele:

  • Brückentag
  • Erbsenzähler
  • Fingerspitzengefühl
  • Geisterfahrer
  • Kummerspeck
  • Nestbeschmutzer
  • Quotenfrau
  • Schnapsidee
  • Trittbrettfahrer

Man spricht nur englisch

Anglizismen sind eine Pest. Teils aber ist es okay, wenn Übersetzungen der «Aktion lebendiges Deutsch» ungehört bleiben.

  • Airbag: Prallkissen
  • Brainstorming: Denkrunde
  • Laptop: Klapprechner
  • Coffee to go: Geh-Kaffee
  • Beamer: Bildwerfer
  • Event: Hingeher
  • All you can eat: essen nach Ermessen
  • Chatten: netzplaudern
  • Workshop: Arbeitstreff

Das «Spanisch» der andern

Wenn wir etwas nicht begreifen oder seltsam finden, kommt uns das spanisch vor. Andere nennen teils andere Sprachen:

  • Englisch: griechisch
  • Finnisch: hebräisch
  • Isländisch: spanisch
  • Japanisch: chinesisch
  • Latein: griechisch
  • Rumänisch: türkisch
  • Spanisch: chinesisch
  • Türkisch: französisch
  • Chabacano (Philippinen): deutsch

Das Buch

Alle Angaben in diesem Beitrag sind dem Buch «Hä?» entnommen. Stimmt auch alles? Dafür legen wir nicht die (vielleicht unübersetzbare) Hand ins Feuer. Aber: Streckenweise amüsant ist das Buch allemal.
Christian Koch/Axel Krohn: «Hä? Die schönsten unübersetzbaren Wörter der Welt», Goldmann, 248 Seiten, Fr. 15.50