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Handys machen Jugendliche vergesslich

Das Telefonieren mit dem Smartphone kann einen negativen Einfluss auf die Gedächtnisleistung Jugendlicher haben. Das zeigt eine Studie des Tropeninstituts.
Bruno Knellwolf
Durch die häufige Nutzung des Handys ist das Hirn verstärkt hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (HF-EMF) ausgesetzt. (Bild: pd)

Durch die häufige Nutzung des Handys ist das Hirn verstärkt hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (HF-EMF) ausgesetzt. (Bild: pd)

Die Frage, welche Schäden der Smartphone-Gebrauch bei Kindern auslöst, sei es nur schon ­wegen deren krummer Haltung, beschäftigt viele. Martin Röösli, Umweltepidemiologe am Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut in Basel, hat sich nicht den Rücken, sondern das Gehirn von 700 Jugendlichen angeschaut. Denn durch die häufige Nutzung des Handys ist das Hirn verstärkt hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (HF-EMF) ausgesetzt.

Rööslis Tests an Schülern im Alter zwischen 12 bis 17 Jahren in der Deutschschweiz zeigten, dass die elektromagnetische Strahlung über ein Jahr hinweg einen negativen Einfluss auf die Entwicklung der Gedächtnisleistung bei Jugendlichen haben kann. Röösli sagt:

«Wir haben einen Einfluss auf das figurale Gedächtnis gefunden.»

Gemessen wurde das mit einem standardisierten Computertest. Die Jugendlichen mussten sich 13 Figurenpaare merken und dann jeweils aus einer Auswahl von fünf Figuren die richtige zuordnen. Maximal konnte ein Schüler 13 Punkte machen.

Vor allem Telefonieren spielt eine Rolle

Gemessen wurde dabei der Unterschied zwischen Schülern, die viel am Smartphone hingen, und jenen, die nur wenig der Strahlung ausgesetzt waren. «Der Unterschied zwischen hoch und tief Exponierten war 0,21 Punkte. Das ist nicht sehr viel», relativiert Röösli. «Interessant ist aber, dass die meisten Studienteilnehmer das Handy rechts nutzen und das figurale Gedächtnis auf der rechten Kopfseite ist. Wir haben keinen konsistenten Einfluss auf das verbale Gedächtnis gefunden, das vor allem links ist.» Das beweist, dass die Nutzung des Smartphones das Hirn der Jugendlichen tatsächlich beeinflusst.

Es ist vor allem das Telefonieren, das eine Rolle spielt, während das Schreiben, Surfen und Chatten keinen Einfluss hat, weil das Smartphone dabei weiter weg vom Kopf ist.

Abhängig von der Verbindungsqualität

Wie lange ein Jugendlicher telefonieren muss, bis sich seine Gedächtnisleistung reduziert, hänge von der Verbindungsqualität ab. «Bei schlechter Verbindungsqualität reicht schon eine geringe Nutzung von wenigen Minuten. Bei optimaler Qualität hat man auch nach einem einstündigen Telefonat noch deutlich weniger Strahlungsdosis abgekriegt», sagt Martin Röösli. Headsets und Lautsprecher könnten deshalb insbesondere bei geringerer Netzqualität das Risiko für das Gehirn verringern. Wie die Strahlung die Prozesse im Gehirn beeinflusse, sei noch unklar – «und auch, wie relevant unsere Erkenntnisse langfristig sind».

Übrigens gibt es Unterschiede bei den Smartphone-Marken, was die Strahlung betrifft. «Der SAR-Wert gibt Auskunft darüber, wie stark ein Handy im ungünstigsten Fall den Kopf bestrahlt.» Selbst kann man die Strahlung beeinflussen, indem man das Telefon so weit wie möglich vom Kopf weghält. «Mit zehn Zentimetern statt einem hat man eine zehn- bis hundertmal geringere Strahlenexposition», sagt Martin Röösli.

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