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Herbstlaub – ein Geschenk der Götter

Statt verrottendes Laub als Abfall zu entsorgen, kann man das wertvolle Geschenk für den Garten nutzen.
Nicole Häfliger

Hinreissend sind diese bunten Schmetterlinge, wie sie durch die Luft gaukeln oder sich von Windböen mitreissen lassen. Herbstlaub ist ein Geschenk der Götter. Es kann einen verzaubern, zum Lachen bringen – wann liessen Sie sich zum letzten Mal in einen Laubhaufen fallen? –, es dient als Mulchmaterial und gibt einen exquisiten Kompost ab. Ja, es gab Zeiten, als ich Bekannte um Laub anbettelte, weil mein eigener Garten noch nicht genug hergab. Doch irgendwie scheine ich mit meiner Freude allein auf weiter Flur. Ob es daran liegt, dass man es vor lauter Laubbläser nur noch als Dreck sieht, der laut lärmend beseitigt werden muss?

Viel einfacher und entspannter könnte man sich das Gartenleben machen, wenn man sich in der Natur um- und von ihr abschaut. Was nämlich unter Bäumen und Sträuchern wächst, hat nichts gegen den jährlichen Laubfall, ganz im Gegenteil. So wie Heucheras, auch Purpurglöckchen genannt, die mit jedem Jahr etwas hochbeiniger wachsen. Dies aus dem simplen Grund, weil sie aufgrund ihrer Herkunft darauf programmiert sind, jeden Herbst eine Ladung Laub verpasst zu bekommen – natürliche Laubschlucker nehmen uns die Arbeit ab.

Statt Mikroorganismen helfen Pilze beim Kompostieren

Gut, ganz auf Rasen mag man trotzdem nicht verzichten und bisweilen liegen halt Platten unter Gehölzen. Doch statt verrottendes Laub als Abfall zu entsorgen, kann man das wertvolle Geschenk nutzen. Als Mulch zum Beispiel. In meinem Hostabeet schneide ich die dürren Stängel nicht ab, sondern bedecke sie einfach mit verschiedenem Laub – es sieht schmuck aus, die Hostas wachsen im Frühjahr ungerührt durch die zusammengefallene Schicht und von Unkraut ist keine Spur. Laubmulch eignet sich für Schattenbeete genauso wie für leergeräumte Flächen im Gemüsegarten. Damit dort das Laub nicht gleich davongeblasen wird, kann man entweder Netze oder aber den Rasenmäher bemühen. Gleichzeitig das Laub und das Gras auf dem Rasen zu mähen, ergibt eine tolle Mischung, die schwer genug ist, um nicht weggeweht zu werden. Dergestalt gemulcht zeigt sich der Boden im Frühjahr bereit zum Bestellen – herrlich krümelig und dunkel. Wer nun immer noch Laub übrig hat oder mit Mulch nichts anfangen kann, dem bietet sich eine Möglichkeit, die leider hierzulande kaum genutzt wird.

Man fülle ein Kompostgitter, ein ähnliches Behältnis oder aber schichte das gesammelte Laub einfach auf einen Haufen und ... tue nichts weiter. Vorausgesetzt, das Laub ist immer ein bisschen feucht, wird es sich mit beneidenswerter Langsamkeit zersetzen. Anders als beim normalen Kompost, wo die Zersetzung vor allem von Mikroorganismen übernommen wird, spielen hier Pilze die führende Rolle. Das Resultat ist ein fluffiges, mineralienreiches Substrat mit grosser Wasserspeicherkapazität, das den Boden verbessert, eine tolle Sämlings- und Stecklingserde abgibt und so gut nach Wald und Pilzen riecht, dass man sich am liebsten reinsetzen würde. Doch selbst wenn man keine Verwendung für Laubkompost findet, birgt so ein Haufen ungeahnte Vorteile. Bis zur vollständigen Zersetzung dauert es zwar bis zu zwei Jahre, aber das Ausgangsmaterial sackt dabei so zusammen, dass man über mehrere Jahre hinweg neues Laub draufschichten kann. Bereits beim Einfüllen lohnt es sich, das Ganze nach jeder Schicht grosszügig zu giessen. Es ist beeindruckend, was für Mengen auf diese Weise in einen einzigen Kubikmeter passen – eine mehr als praktische Alternative zur mühsamen auswärtigen Entsorgung. Und unter uns: es gibt Leute, denen man mit fertigem Laubkompost ein Riesengeschenk machen kann.

Die Autorin ist in der Gartenberatung tätig und verfasst Fachbücher zum Thema.

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