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Eine Aktion der Schweizer Medienfrauen zum nationalen Streiktag. Ein Text mit Infos zur Ungleichstellung von Frauen und insbesondere Journalistinnen.

Wirtschaft

Frauen sind in allen relevanten Entscheidungsgremien (Verwaltungsräte, Geschäftsleitungen) untervertreten. Gemäss Lohnstrukturerhebung des Bundes verdienen Frauen im Durchschnitt 18.3 Prozent bzw. 1455 CHF weniger Lohn pro Jahr. 56 Prozent davon können durch objektive Faktoren wie berufliche Stellung, Dienstjahre oder Ausbildungsniveau erklärt werden. 44 Prozent des Lohnunterschieds bleiben aber trotzdem bestehen und enthalten eine potenzielle Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts.

Quelle: https://www.ebg.admin.ch/ebg/de/home/themen/arbeit/lohngleichheit/grundlagen/zahlen-und-fakten.html 30,2 Prozent aller Frauen sind Vollzeit erwerbend. Die grosse Mehrheit, 74,5 Prozent arbeiten Teilzeit.

Mit Führungsaufgaben kann Teilzeitarbeit offenbar nur schwer kombiniert werden. Von den Personen mit Führungsaufgaben arbeiteten 2014 nur 20% teilzeitlich.

Quelle: Bundesamt für Statistik

Laut dem Global Wealth Report der Credit Suisse arbeiten Frauen in der Regel in Sektoren mit geringerem Einkommen und arbeiten häufiger Teilzeit, was negative Auswirkungen auf den Vermögensaufbau und die Rente hat. Gleichzeitig sind Frauen immer noch armutsgefährdeter als Männer. Vor allem alleinerziehende Mütter gehören weltweit überproportional zu den ärmsten Teilen der Bevölkerung. Auch Geschiedene sind gefährdet. Die Pink Tax ist auch in der Schweiz Realität. Obwohl Frauen weniger verdienen, zahlen sie für gewisse Dinge wie den Coiffeurbesuch oder diverse Hygiene- und Beautyprodukte deutlich mehr als Männer.

Beispiele: https://www.annabelle.ch/leben/gesellschaft/pink-tax-wofür-frauen-mehr-bezahlen-41850 Die grundlegenden Hygieneprodukte Tampons und Binden sind in der Schweiz bisher Luxusgüter. Auf sie wird der volle Mehrwertsteuersatz erhoben – bei wesentlich unwichtigeren Produkten wie Schnittblumen, Streumittel für Tiere oder Kaviar hingegen der reduzierte Mehrwertsteuersatz. Hinzu kommt: Auch in der Schweiz ist die Monatsblutung häufig mit peinlichem Schweigen und Scham verbunden.

Aktion: No Women - No News

Politik

Frauenanteil in politischen Ämtern

Frauen sind in politischen Ämtern untervertreten. Im Nationalrat sind 32 Prozent Frauen, im Ständerat 15.2 Prozent. Auf kantonaler Ebene sieht es ähnlich aus: In den kantonalen Regierungen sind 24 Prozent Frauen, in den kantonalen Parlamenten sind es 27.9 Prozent.

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Unbezahlte Hausarbeit

Noch immer liegt die Hauptverantwortung für Hausarbeit, Kinderbetreuung und -erziehung in den meisten Haushalten bei den Frauen. Diese Arbeit wird nicht bezahlt und in der Gesellschaft oft als nicht gleichwertig wie die Lohnarbeit angesehen. In fast zwei Dritteln der Paarhaushalte wird die Hausarbeit hauptsächlich von der Frau erledigt. Nur bei rund 5 Prozent ist hauptsächlich der Mann zuständig. In vier Fünfteln der Haushalte mit Kindern unter 13 bleibt hauptsächlich die Frau zuhause, wenn eines krank ist. Auch die Kinder zur Schule oder zu Freizeitaktivitäten zu bringen ist hauptsächlich Aufgabe der Mütter. Im Jahr 2013 investierten die 15- bis 63-jährigen Frauen mehr Zeit in Haus- und Familienarbeit, als die Männer im Alter von 15 bis 64 Jahren. Bei den Frauen waren es 29.1 Stunden pro Woche, bei den Mänenrn 17.5 Stunden pro Woche.

Quelle: Bundesamt für Statistik

Häusliche und sexuelle Gewalt

2016 waren 73% der 10‘040 von häuslicher Gewalt geschädigten Personen Frauen. Als häusliche Gewalt gelten unter anderem Tätlichkeiten und Vergewaltigungen. Pro Monat werden durchschnittlich zwei Frauen durch häusliche Gewalt getötet. Bei vollendeten Tötungsdelikten sind siebenmal mehr Frauen betroffen als Männer. Viele Formen sexueller Belästigung sind weit verbreitet. 59 Prozent aller Frauen in der Schweiz wurden bereit unerwünscht berührt, umarmt oder geküsst. Fast die Hälfte der Frauen ab 16 Jahren in der Schweiz kennt andere Frauen, die ungewollt sexuelle Handlungen erleben mussten. 430’000 Frauen ab 16 Jahren mussten in der Schweiz bereits Geschlechtsverkehr gegen ihren eigenen Willen erleben.

Quellen: Daten der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), Befragung sexuelle Gewalt an Frauen im Auftrag von Amnesty International Schweiz

Situation der Frauen weltweit

Regierungen und Reichtum weltweit

In 170 von 193 Ländern ist ein Mann an der Macht. Nur in 23 Ländern ist eine Frau Regierungschefin oder Staatsoberhaupt. 88 Prozent der Macht auf der Welt gehört somit Männern. Laut dem Global Wealth Report der Credit Suisse liegen in Europa und den USA zwischen 40 und 45 Prozent des Reichtums in den Händen der Frauen. In China zwischen 30 und 40 Prozent, in Indien und Afrika zwischen 20 und 30 Prozent.

Gefahr Beschneidung

Die WHO geht davon aus, dass rund 100 bis 140 Millionen Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt mit den Folgen einer Beschneidung leben müssen. Bis zum Jahr 2030 sind schätzungsweise 86 Millionen Mädchen dem Risiko der genitalen Verstümmelung ausgesetzt, wenn der Trend weiter geht. Genitale Verstümmelung geht einher mit einer stark patriarchalisch geprägten Kultur. Beschneidung passiert auch in der Schweiz: Terre des Femmes geht von 10'000 bis 13'000 betroffenen Mädchen und Frauen in der Schweiz aus.

Tabu Periode

Noch immer wird die Periode in vielen Ländern tabuisiert oder als etwas Schmutziges angesehen. In anderen Ländern werden Mädchen und Frauen aufgrund der Periode von ihrer Bildung ferngehalten. Mit schlimmen Folgen: Viele machen keinen Schulabschluss, haben später kein eigenes Einkommen und laufen Gefahr, im Kindesalter verheiratet zu werden.

Quelle: https://www.presseportal.de/pm/18591/3951549

Religion

Alle Weltreligionen setzen Frauen enge Grenzen. Frauen sind von zahlreichen Leitungsämter oder religiösen Führungspositionen ausgeschlossen. Die Deutungsmacht von religiösen Texten und der damit verbundenen Praxis ist noch immer stark männlich geprägt.

Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/geschlechterrollen-vom-misstrauen-der-religionen-gegenueber.886.de.html?dram:article_id=418411

Sicherheitsstandards

Frauen erleiden bei Autounfällen oft schwerere Verletzungen als Männer. Viele Unfallforscher führen dies auf den Fakt zurück, dass Sicherheitsmassnahmen wie Sicherhetisgurt oder Airbag auf die Körpergrösse und das Gewicht eines Mannes ausgerichtet wurde.

Quelle: https://www.zeit.de/mobilitaet/2016-03/verkehrssicherheit-autounfall-frau

Situationen der Journalistinnen in der Schweiz

Lohn

Journalistinnen erhalten durchschnittlich 1100 Franken weniger Lohn als Journalisten. Der Durchschnittslohn bei Journalisten beträgt 6’200 CHF, derjenige von Frauen 5100 CHF. Berücksichtigt man nur die Vollzeitstellen (Frauen arbeiten generell mehr Teilzeit als Männer) beträgt der Unterschied noch immer rund 700 CHF. Frauen arbeiten häufiger Teilzeit und Männer bleiben länger im Beruf. Frauen in höheren Kaderpositionen verdienen praktisch gleich viel wie solche in mittleren Positionen. Männer in der Chefredaktion verdienen im Durchschnitt 1400 CHF mehr als Frauen.

Geschlechterungleichgewicht

Wie in vielen ökonomisch-getriebenen Unternehmen zeigt sich sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz, dass Frauen in Führungspositionen auch in Redaktionen klar untervertreten sind. Wird nach verschiedenen Medientypen unterschieden, so gibt es lediglich beim öffentlichen SRG-Radio ein Geschlechtergleichgewicht. Im Online-Bereich arbeiten mit knapp unter 50 Prozent überdurchschnittlich viele weibliche Journalisten.

Führungspositionen

Führungspositionen sind in drei von vier Fällen von Männern besetzt. Tages- und Wochenzeitungen in der Schweiz haben zu 73 Prozent männliche Chefs. Im Privat-Rundfunk und bei den Online-Medien ist nur jede fünfte Führungsperson weiblich Bei den Magazinen ist das Führungsverhältnis 50:50

Journalistinnen-Schwund

54 Prozent aller Journalistinnen unter 30 sind weiblich. Danach nimmt der Frauenanteil rasant ab. Der Frauenanteil bei über 50-Jährigen und weiblichen Medienschaffenden mit mehr als 12 Jahren Berufserfahrung liegt nur bei 30 Prozent.

Ressort

In den Sport-Ressorts arbeiten rund 90 Prozent Männer. Die Ressorts Politik und Wirtschaft sind ebenfalls Männerdomänen mit einem Männeranteil von 70 Prozent. Frauen arbeiten vermehrt im Kultur- und Unterhaltungssektor, sie besetzen Ressorts wie Lifestyle, Mode oder Gesellschaft

Quelle: https://www.persoenlich.com/blog/keine-macht-den-journalistinnen

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