WOCHENSTERNE: Sehnsucht nach Nähe, Genuss und Romantik

Seit die Sonne im geniesserischen Stierzeichen steht, fällt die verordnete Selbstbeschränkung noch schwerer. Gross ist der Wunsch, wieder aus dem Vollen zu schöpfen und unerfüllte Bedürfnisse zu befriedigen. Das sagen uns die Sterne vom 30.April bis 6.Mai.

Claude Weiss
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Mit dem verlängerten Wochenende, das dem 1.Mai folgt, stehen Tage vor uns, die zum Geniessen einladen. Kein Zeichen hat einen stärkeren Bezug zur Welt der Sinne als das Stierzeichen, und auch die Natur erscheint uns in diesem Wonne­monat in voller Pracht. Herzliche Kontakte mit den Menschen zu pflegen, die uns nahe sind und die wir lieb haben, ist uns in solchen Zeiten ein grosses Bedürfnis. Dazu gehören normalerweise Berührungen, und die Psychologen erinnern uns daran, wie wichtig Liebesbekundungen, die in frühester Kindheit über angenehme Berührungen zum Ausdruck kamen, bei uns allen für die Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls waren. So gehören für uns Astrologen auch ganz verschiedene Entsprechungen zur Venus, die über das Stierzeichen herrscht: Angefangen beim Selbstwertgefühl, das uns darin unterstützt, nicht nur andere, sondern auch uns selbst gern zu haben, über erfüllende Liebesbeziehungen, bis zur Kunst, Kultur und zum Wohlstand, denn die Venus hat auch mit Geld, Werten und einem angenehmen Leben zu tun. Dabei gehören übermässiger Konsum und die Neigung, den Weg des geringsten Widerstandes zu wählen, zu den negativen Entsprechungen der Venus.

Bedürfnisse aufschieben, um Werte zu erhalten

Diese Auflistung zeigt die Bedeutung des Venusprinzips in unserem Leben und wie problematisch es ist, wenn es massiv zurückgedrängt und eine weitgehende Rationierung von «Streicheleinheiten» eingeführt wird. Dies sollte nur für kurze Zeit geschehen. Dass es gegenwärtig passiert, folgt allerdings einer naheliegenden astrologischen Entsprechung: Der überaus wichtige 32–37 Jahre dauernde Zyklus von Saturn und Pluto vermittelt – je nachdem, in welchem Zeichen er jeweils mit einer Konjunktion der beiden Planeten neu startet – unterschiedliche Qualitäten und Werte. Dabei wurde der letzte Zyklus, der 1982 im Waagezeichen begann, soeben im Januar 2020 von einem neuen Zyklus mit Start im Steinbockzeichen abgelöst. Damit wechselt die Stimmung von versöhnlich, geniesserisch und kompromissbereit zu ernst, karg und kompromisslos.

Steht uns erneut eine tiefgreifende Reform bevor?

Dies kann einen heftigen Schock auslösen, der Parallelen haben mag mit dem letzten Mal in der Geschichte, als ein solcher Wechsel des Saturn/Pluto-Zyklus stattfand. Dies war vor circa 500 Jahren, als sich im Januar 1518 mit einer Konjunktion im Steinbockzeichen der gleiche Epochenwechsel von Waage zu Steinbock vollzog. Zwei Monate zuvor hatte Martin Luther mit seinem Thesenanschlag zu Wittenberg die Reformation gestartet. Mit dem Resultat, dass sich die Reichen ihr Seelenheil nicht mehr mit dem Ablasshandel erkaufen konnten und damit für die Kirche eine wichtige Einnahmequelle versiegte. Erkennen wir auch heute bedenkliche Abnormitäten im Umgang mit Geld und im Zusammenhang mit falschen Versprechungen? Sind wir auf eine derart massive Art vom Konsum besessen, dass wir über die Belastung des Klimas daran sind, unsere Zukunft auf diesem Planeten zu gefährden? Dann könnte die Coronakrise Auftakt für ein Umdenken sein, das zu einer nachhaltigen neuen Reform führt.