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Denkleistung: Jetzt im Spätsommer sind wir am klügsten

Die kognitiven Fähigkeiten gesunder Menschen schwanken im Jahresverlauf. Und auch bei Alzheimer-Patienten ist die Denkleistung im Herbst besser als im Frühling nach einem langen Winter.
Joachim Czichos
Nach einem guten Sommer sind unsere grauen Zellen am schnellsten. (Bild: Getty)

Nach einem guten Sommer sind unsere grauen Zellen am schnellsten. (Bild: Getty)

Wir denken nicht immer gleich schnell und gut: Im Spätsommer und frühen Herbst fallen die Ergebnisse neuropsychologischer Tests bei gesunden Menschen wie auch bei Alzheimer-Patienten deutlich besser aus als im Winter und Frühling.

Ein internationales Forscherteam berichtet im Fachblatt «PLoS ­Medicine» von jahreszeitlichen Unterschieden bei speziellen Genaktivitäten in Hirnzellen sowie beim Gehalt eines Amyloidpeptids in der Rückenmarksflüssigkeit, der ein diagnostisches Merkmal für die Alzheimer-Krankheit ist.

Forscher hoffen auf Impulse für Alzheimer-Therapie

«Die Aufklärung der Mechanismen, die dem jahreszeitlichen Einfluss auf kognitive Leistungen zugrunde liegen, eröffnet neue Möglichkeiten der Alzheimer-Therapie», schreiben Andrew Lim von der University of Toronto und seine Kollegen.

Die Forscher nutzten Daten von fünf Studien aus Kanada, Frankreich und den USA, an denen 3353 über 60 Jahre alte Menschen teilgenommen hatten. Ermittelt wurden Konzentrationsfähigkeit und Denkleistung. Von 321 Probanden wurden Proben aus dem Rückenmark auf den Gehalt an Beta-Amyloid 42 untersucht, ein Eiweissstoff, der die Ablagerungen im Gehirn von Alzheimer-Patienten verantwortet.

Sowohl für gesunde als auch für Menschen mit nachgewiesener Alzheimer-Demenz ergab sich ein enger Zusammenhang zwischen Denkleistung und Jahreszeit.

Im Übergang von Sommer zu Herbst erreichten die gemessenen kognitiven Fähigkeiten maximale Werte.

Die Differenz zu den niedrigsten Jahreswerten war so gross wie die durchschnittliche Abnahme geistiger Fähigkeiten durch normales Altern in 4,8 Jahren.

Welche Rolle spielen Vitamin-Schwankungen

Zudem waren im Winter und Frühling die diagnostischen Kriterien für eine leichte und schwere Demenz um 30 Prozent ausgeprägter als bei Untersuchungen im Sommer und Herbst.

Die Forscher hoffen nun auf neue Hinweise, wie man dem Nachlassen geistiger Fähigkeiten entgegenwirken könnte. Umwelteinflüsse wie Licht und Temperatur sowie der Jahreszeit angepasstes Verhalten, eine wechselnde Ernährung oder auch ein veränderter Stoffwechsel sollen daraufhin genauer untersucht werden. Auch Schwankungen im Testosteron-, Melatonin- oder Vitamin-D-Spiegel könnten eine Rolle spielen.

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