In fünf Wochen könnte die Schweiz 1000 Corona-Fälle pro Tag haben

Die Swiss National Taskforce prognostiziert bis im Spätherbst täglich 1000 neue Corona-Fälle. Was sagt das BAG dazu?

Sabine Kuster
Drucken
Teilen
Eine Corona Teststation in Olten.

Eine Corona Teststation in Olten.

Bruno Kissling / Oltner Tagblatt

Aktuell liegen die täglichen Fallzahlen positiver Corona-Tests bei rund 500. Laut der Swiss National Corona-Taskforce verdoppeln sich die Zahlen momentan alle vier bis sechs Wochen. Denn solange die Fälle steigen, ist das Wachstum exponentiell: Die Fälle verdoppeln sich regelmässig, wenn auch aktuell nur sehr langfristig.

Wenn sich die Massnahmen und das Verhalten der Leute nicht ändern, würde die Schweiz also Ende Oktober täglich 1000 positive Corona-Tests verzeichnen.

Was macht das BAG?

Doch was würden 1000 neue Fälle pro Tag für die Schweiz bedeuten? Seitens des Bundesamtes für Gesundheit sagt Mediensprecher Daniel Dauwalder dazu: «Das BAG hat Kenntnis von der Berechnung der Taskforce Science.»

Doch mantraartig heisst es beim Bund, die Bewältigung der Covid-19-Epidemie liege bei den Kantonen und im Zentrum der Bewältigungsstrategie stünden das Contact-Tracing und der Anordnung von Quarantäne. Tanja Stadler von der Corona-Taskforce sagt aber:

«Bei vierstelligen Fallzahlen wird es zunehmend schwierig sein, die Kontaktnachverfolgung aufrecht zu erhalten.»

Wenn dieser Teil der Strategie nicht mehr umsetzbar sei, brauche es an anderer Stelle neue Massnahmen um die Fallzahlen zu stabilisieren.

Verschiedene Kantone, in denen ein stärkerer Anstieg der Fallzahl feststellbar ist, haben bereits zusätzliche Massnahmen ergriffen, um den Anstieg der Fallzahlen zu stoppen. So wurden im Kanton Waadt alle Nachtklubs geschlossen und Anlässe auf 100 Personen begrenzt. Es gilt eine Maskenpflicht in allen öffentlichen Räumen.

Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden und für Erwachsene an der Volksschule wurde auch in der Stadt Zürich eingeführt. Das soll die Kurve der Infektionen wieder abflachen und die Verdoppelungszeit verlängern. «Das BAG steht hierzu in engem Kontakt mit den Kantonen», so Dauwalder.

Es gibt keine Obergrenze an Fällen für einen Lockdown

Es ist gut möglich, dass mit solchen regionalen Verschärfungen, die Lage jeweils wieder entspannt werden kann, und eine Überlastung der Spitäler so vermieden wird. Hinzu kommt vermutlich, dass sich die Bevölkerung auch privat wieder vorsichtiger verhalten wird, was grosse Auswirkungen hat.

Weder BAG noch einzelne Kantone kommunizieren jedenfalls eine Obergrenze an täglichen Fällen, ab welcher wieder ein Lockdown verordnet würde. Für die Club- und Kulturszene im Kanton Waadt bedeutet die neue Regelung jedoch bereits ein zweiter wirtschaftlicher Lockdown. Die Verschärfung ist momentan bis zum Ende der Herbstferien begrenzt.