Jaguar XF: Kultivierte Business-Class

Wenn einer eine Reise tut, so kann er viel erzählen. Die Reise führt dieses Mal nach Stuttgart. Nicht mit Porsche oder Mercedes, wie die Destination vermuten lässt – ein Jaguar soll es sein.

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Der Jaguar XF ist auf fast jedem «gepflegten» Terrain daheim. Und Passfahrten sind in diesem Gefährt eine wahre Freude. (Bild: PD)

Der Jaguar XF ist auf fast jedem «gepflegten» Terrain daheim. Und Passfahrten sind in diesem Gefährt eine wahre Freude. (Bild: PD)

Andrea Decker

Im neuen Jaguar XF reist man Business-Class. Bei so viel Komfort scheint jegliche Aufregung an der Karosserie abzuprallen – was kümmert es einen Jaguar, wenn um ihn herum alles in Hektik verfällt. Auch im Innenraum sucht man vergeblich nach «Blingbling» und aufregenden Details. Das Cockpit sowie das Interieur des neuen XF präsentieren sich edel, ruhig und aufgeräumt. Wahrlich eine Erholung für das gestresste Auge. Formschöne Aluminium-Elemente rahmen den mit Leder bespannten Armaturenträger ein. Die Applikationen in glänzendem marmoriertem Ebenholz wirken zwar ein wenig altbacken, doch das ist Geschmackssache. Die in Leder gehaltenen 10-fach elektrisch verstellbaren Sitze in Windsor-Leder für Fahrer und Beifahrer sorgen für viel Komfort und machen aus Langstreckenreisen kurzweilige Trips.

Obwohl der neue Jaguar XF sieben Millimeter kürzer und drei Millimeter flacher ist als sein Vorgänger, bietet der um 51 auf 2960 Millimeter verlängerte Radstand im Innenraum mehr Bein- und Kopffreiheit. Zur äusseren Erscheinung gilt zu sagen, dass die Linien im Vergleich zum Vorgänger schnittiger gezeichnet sind, sodass die Katze schon auf den ersten Blick leichter und agiler die Kurven kratzt. Diese schönen Formen scheinen auch bei anderen Reisenden für Entzücken zu sorgen, drehen sich doch vor allem die Köpfe der Beifahrer anderer Verkehrsteilnehmer regelmässig nach dem XF um. Wer diesen Jaguar fahren darf, weiss was er hat und braucht dies nicht noch extra zur Schau zu stellen. Understatement eben.

Vernünftiger Temporausch

Das Understatement bezieht sich jedoch hauptsächlich auf die Äusserlichkeiten. Die elegante Limousine verspricht dann doch mehr Dynamik, als man dem Auto auf den ersten Blick zutrauen würde. Eleganz kann eben auch zackig sein. Wer es gemütlich mag, bitteschön. Das Gaspedal darf aber vor allem auf deutschen Strassen schon mal kräftig gedrückt werden – sofern es Verkehrslage und Sicherheit erlauben selbstverständlich. Und das macht so richtig Spass. Das effiziente Automatikgetriebe des Jaguar XF ist nämlich äusserst reaktionsschnell und sorgt für geschmeidige Schaltvorgänge und für müheloses Beschleunigen und Überholen. Auch bei Geschwindigkeiten von über 200 km/h bleibt der Jaguar unaufgeregt. Business-Class eben. Und wer sein Verlangen nach Tempo zuweilen mit Bussen büssen muss, dem wird im Jaguar geholfen: Die Verkehrszeichenerkennung ist mit einem intelligenten Geschwindigkeitsbegrenzer verknüpft. Die Kamera sucht also Fahrbahnränder nach Geschwindigkeitstafeln ab, gleicht sie mit den Navigationsdaten ab und passt das Tempo bei einer Änderung der erlaubten Höchstgrenze durch sanftes Beschleunigen oder Abbremsen automatisch an.

Für einen Lacher hat die freundliche Stimme des Navigationssystems gesorgt, die offenkundig Mühe hatte, deutsche Namen korrekt auszusprechen. Vieles kam einem Französisch vor. So wurde die «Steinhauserstrasse» kurzerhand in «Steinhüserstrass» oder so ähnlich umbenannt. Und aus Cham wurde Scham.

Steckbrief

Jaguar XF 2.0 GTDI Automat
Motor: Vierzylinder-Turbo mit Direkteinspritzung
Leistung: 177 kW/240 PS; 340 Nm
Getriebe:8-Stufen-Automatik
Beschleunigung: 0–100 km/h in 7 Sekunden; V-max: 248 km/h
Verbrauch: 7,5 Liter/100 km
CO2-Emissionen: 179 g/km
Masse:4,95 m lang, 1,88 m breit, (2,09 m mit Spiegeln) 1,46 m hoch
Radstand:2,96 m
Kofferraum:540–885 Liter
Preis: ab 49 100 Franken für das Modell Pure XF E-Performance
Internet: www.jaguar.ch

«Nehmen Sie Platz, liebe Mitreisende. Es gibt genug davon.» (Bild: PD)

«Nehmen Sie Platz, liebe Mitreisende. Es gibt genug davon.» (Bild: PD)

Das Interieur des Jaguars ist schlicht gehalten. Der Fokus liegt auf dem Wesentlichen. (Bild: PD)

Das Interieur des Jaguars ist schlicht gehalten. Der Fokus liegt auf dem Wesentlichen. (Bild: PD)

Fahrzeug mit Sprachfehler. Die Aussprache der Namen kommt einem Französisch vor. (Bild: PD)

Fahrzeug mit Sprachfehler. Die Aussprache der Namen kommt einem Französisch vor. (Bild: PD)