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Ökumene: «Jeder hat einen eigenen Weg mit Christus»

Obwohl die Ökumene in der Schweiz weit entwickelt ist, bleibt die interkonfessionelle Arbeit weiterhin unerlässlich. In Luzern stellen sich nationale Gremien vor.
Andreas Faessler
Anne Durrer ist Generalsekretärin der AGCK, der nationalen Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz. (Bild: Jakob Ineichen, Luzern, 30. Oktober 2019)

Anne Durrer ist Generalsekretärin der AGCK, der nationalen Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz. (Bild: Jakob Ineichen, Luzern, 30. Oktober 2019)

Wo die konfessionelle Vielfalt an christlichen Kirchen und Gruppierungen so mannigfaltig ist wie in der Schweiz, da ist ein Mit- und Nebeneinander ohne Dialog kaum denkbar, und die Ökumene muss gelebt und gefördert werden – unablässig.

Tatsächlich ist die interkonfessionelle Zusammenarbeit in der Schweiz auf einem sehr fortschrittlichen Stand. Beziehungen und Austausch finden rege statt, ohne dass individuelle Traditionen auf irgendeine Weise eingeschränkt, sondern bewahrt werden. Ökumene findet auf allen Stufen statt: Das beginnt in den einzelnen Gemeinden und reicht bis auf die Ebene übergeordneter Gremien. Dazu gehören Vereinigungen wie die AGCK, die nationale Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz, welcher aktuell zwölf Mitgliedskirchen angehören und drei weitere im Gaststatus.

Türen öffnen und Vorurteile entkräften

Auf Initiative des Ökumenischen Fördervereins Luzern wird sich unter anderem das genannte Netzwerk im Rahmen des Jahresprogrammes präsentieren. Die Veranstaltung findet am 13. November an der Universität Luzern statt (siehe Kasten am Ende des Textes). Dieser öffentliche Anlass soll der Organisation nicht zuletzt eine verstärkte Wahrnehmung bringen. «Wir wollen aufzeigen, wie sich die ökumenische Arbeit in der Schweiz ­gestaltet», sagt Ruth Barmet, Vizepräsidentin vom Ökumenischen Förderverein. «Das Thema ist stets virulent und beschäftigt. Darum möchten wir Türen öffnen, um Vorurteile zu entkräften und gemeinsam Spiritualität zu leben.»

Kirchen müssen zusammenarbeiten

Die Arbeit solcher Vereine wie der AGCK ist unverzichtbar für die Pflege der Ökumene, «denn diese wird es immer brauchen», sagt Anne Durrer, Generalsekretärin von AGCK. «In unserer von Vielfalt geprägten Gesellschaft müssen die Kirchen zusammenarbeiten. Und hier nehmen wir als nationales Gremium für die Ökumene wichtige Aufgaben wahr.» Dazu gehören insbesondere Vernetzung, Informationsaustausch und Vermittlung zwischen den christlichen Kirchen im Land. «Es braucht institutionalisierte Plattformen, wo Konfessionen zusammenkommen können», so Anne Durrer. Dass ein solcher Austausch nie überfällig wird, zeigt sich selbst an vermeintlich kleinen Dingen im Alltag. Sei es, wenn es etwa um die Frage geht, welche Konfession die Kinder bei unterschiedlich konfessionellen Paaren annehmen sollen. Oder wo und wie die kirchliche Trauung bei solchen stattfinden soll. «Das sind nur zwei von zahlreichen althergebrachten Problemen, die aber durch unsere ökumenische Arbeit spürbar kleiner geworden sind», weiss Anne Durrer. In diesem Kontext führt sie als weitere wichtige Errungenschaft der letzten Jahre die gegenseitige Taufanerkennung an. «Bereits sechs christliche Kirchen der Schweiz haben das entsprechende Dokument unterzeichnet. Eine siebte ist im Gespräch.»

Gewisse Herausforderungen im ökumenischen Dialog lokalisiert die Generalsekretärin beispielsweise bei einigen orthodoxen Kirchen oder Migrationskirchen, die in der Schweiz noch sehr klein sind. Da sei etwa die Sprachbarriere ein Knackpunkt oder die zeitlichen Ressourcen für aktive interkonfessionelle Arbeit. Und doch finde man stets Wege.

Glaubwürdigkeit durch Gemeinschaft

Die Vermittlungsarbeit von Gremien wie der AGCK definiert sich weniger über die Theologien der einzelnen Kirchen und Gruppierungen, sondern vielmehr durch Begegnung, Gemeinsamkeit und die Verkündigung des Evangeliums, der Botschaft Jesu. Anne Durrer: «Jeder hat einen eigenen Weg mit Christus. Und genau das ist es, was uns einigt und gegenseitig bereichert. Denn die Kirchen erlangen ihre Glaubwürdigkeit nur in der Gemeinschaft.»

Vortrag und Diskussion

Im Rahmen des Forums Ökumene stellen sich die AGCK und Iras Cotis vor und gehen der Frage nach, wie der innerchristliche und der interreligiöse Dialog in der Schweiz funktioniert. Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 13 November, von 18.15 bis ca. 20 Uhr an der Universität Luzern, Frohburgstrasse 3. Der Anlass ist öffentlich und kostenlos. Weitere Infos unter www.unilu.ch/tf/oe

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