Start für erste bemannte private Raumfahrtmission auf den Samstag verschoben – auch Präsident Trump reist enttäuscht ab

Das schlechte Wetter an der Atlantikküste in Florida vermiest Elon Musk den Triumph. Nun muss der SpaceX-Gründer mindestens drei Tage warten, bis er Weltraumgeschichte schreiben kann.

Raffael Schuppisser und Renzo Ruf
Drucken
Teilen

Die beiden Astronauten sassen längst bereit in ihren massgeschneiderten Sitzen. In wenigen Minuten wollten sie abheben und Geschichte schreiben.

Zum ersten Mal, seit die US-Regierung 2011 das Space-Shuttle-Programm einstellte, hätten wieder von amerikanischem Boden aus Menschen in den Orbit fliegen sollen. Und zum ersten Mal überhaupt sollte dies mit einem Raumschiff eines privaten Unternehmens geschehen – mit der Crew Dragon von SpaceX, der Weltraumfirma von Elon Musk.

Doch das Wetter an der Atlantikküste von Florida verunmöglichte einen Start. Nach einem Gewitter habe sich «zu viel Elektrizität» in der Luft befunden, sagte Jim Bridenstine, der Direktor der staatlichen Luftfahrtbehörde NASA, die das Kennedy Space Center betreibt. Der Kontrollraum habe befürchtet, der Raketenschlag hätte Blitzschläge auslösen können, sagte Bridenstine. Diese hätten verhindern können, dass die Rakete sicher Richtung Internationale Raumstation ISS fliegen konnte und die wiederverwertbare Rakete wieder sicher auf die Erde zurückkehren könnte.

Die zwei Astronauten Bob Behnken und Doug Hurley mussten vorderhand im Raumschiff ausharren – bis der Tank mit 500 Tonnen hochexplosivem Gemisch wieder leer war. Der nächste Starttermin ist auf Samstagabend (Schweizer Zeit) angesetzt.

Eine Enttäuschung erlebte auch der amerikanische Präsident. Donald Trump war extra mit seiner Gattin Melania und weiteren Familienmitgliedern ins Kennedy Space Center gereist. Zusammen mit seinem Vize Mike Pence wollte sich Trump das historische Ereignis mit eigenen Augen anschauen.

Der Präsident hätte nach erfolgreichem Start zudem eine Rede halten wollen, wohl auch, um dem amerikanischen Volk in der Corona-Krise Mut zuzusprechen und Optimismus zu verbreiten. Nach dem Abbruch des Startes entschloss sich der Präsident aber, kommentarlos mit seiner Entourage wieder zurück nach Washington zu fliegen. Immerhin kündigte er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter an, dass er am Samstag wieder nach Florida zurückkehren werde.

Mehr zum Thema