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Kaffeetrinker leben länger

Mit zunehmendem Kaffeekonsum ist die Sterberate der Teilnehmer einer Grossstudie gesunken. Selbst bei mehr als fünf Tassen pro Tag gab es keine negativen Effekte.
Joachim Czichos

Mehrere internationale Studien haben bereits gezeigt, dass mit steigendem Kaffeekonsum das Risiko der Probanden sinkt, im jeweiligen Untersuchungszeitraum zu sterben. Dieser statistische Zusammenhang weist darauf hin, ohne dies aber direkt nachzuweisen, dass Inhaltsstoffe des Kaffees eine gesundheitsfördernde Wirkung haben könnten.

Ungeklärt blieb jedoch, ob eine generelle Empfehlung zum Kaffeetrinken gerechtfertigt wäre. So könnte insbesondere ein starker Kaffeekonsum für Menschen, die aufgrund genetischer Merkmale Koffein entweder sehr schnell oder nur sehr langsam abbauen, ungesund sein.

Eine amerikanische Studie kommt nun zu dem Schluss, dass solche genetischen Unterschiede keinen Einfluss auf mögliche positive Wirkungen des Kaffees haben, wie die Forscher im Fachblatt «Jama Internal Medicine» berichten.

Unabhängig von den Genen des Koffeinstoffwechsels

«Unsere Ergebnisse liefern weitere Hinweise darauf, dass Kaffeetrinken Teil einer gesunden Ernährung sein kann», schreiben die Mediziner um Erikka Loftfield vom National Cancer Institute in Rockville. Jedoch: Auch durch die neuen Resultate sei noch keine Ursache-Wirkung-Beziehung nachgewiesen. So wäre es theoretisch möglich, dass Menschen mit höherer Lebenserwartung aus noch unbekannten Gründen bevorzugt Kaffee trinken.

Die Forscher nutzten Daten von knapp 500 000 Menschen aus einer britischen Biodatenbank. Die Personen waren zwischen 38 und 73 Jahre alt, 78 Prozent von ihnen tranken Kaffee. Durch DNA-Analysen ermittelten die Wissenschafter für jeden, welche Varianten von vier für den Koffeinabbau relevanten Genen im Erbgut vorlagen. In zehn Jahren gab es 14 225 Todesfälle, wobei 58 Prozent der Menschen an Krebs und 20 Prozent an einer Herz- oder Gefässkrankheit starben.

Unabhängig von der Art des Kaffees ergab sich ein enger Zusammenhang zwischen dem Ausmass des Konsums und der Sterbewahrscheinlichkeit: Im Vergleich zur totalen Abstinenz sank das Gesamtsterberisiko beim Konsum von zwei bis drei Tassen täglich um 12 Prozent und bei mehr als fünf Tassen pro Tag um bis zu 16 Prozent.

Die Gene des Koffeinstoffwechsels hatten keinen Einfluss auf den untersuchten Zusammenhang. Das heisst, bei schnellem wie langsamem Koffeinabbau sank die Sterberate mit zunehmendem Kaffeekonsum.

Sollte Kaffee einen Schutz­effekt haben, könnte dieser auf verschiedenen Wirkungen beruhen: gedämpften Entzündungen, erhöhter Insulinempfindlichkeit, positiven Effekten auf Leberenzyme wie Blutgefässe. Sicher ist: Die Studie ergab keine Hinweise auf negative Auswirkungen.

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