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Ein Schweizer Auge für die Suche nach Leben auf Mars

Ein Forschungsteam der Uni Basel testet eine Kamera, die mit dem Marsrover «Rosalind Franklin» mitreist.
Jocelyn Daloz
Mit dem Miniaturrover testen Forschende die Hochauflösungskamera. Bild: Juri Junkov

Mit dem Miniaturrover testen Forschende die Hochauflösungskamera. Bild: Juri Junkov

Die Forschenden nennen sie Clupi. Für Close-up-Images. Clupi ist eine Kamera für Nahaufnahmen und wird im Marsrover «Rosalind Franklin» eingebaut werden. Die Mission ist einfach: auf dem Mars nach Spuren vergangenen Lebens zu suchen. Das Geheimnis lüften, das Forschende schon seit der ersten Marsmission in den 70er-Jahren antreibt sowie unzählige Science-Fiction-Produktionen und Popikone David Bowie inspiriert hat: Gibt es Leben auf dem Mars?

Clupi wurde von einem Team Forschender um Jean-Luc Josset an der Universität Neuenburg entwickelt und eingestellt. Doch bevor sie ihre lange Reise antritt, wird sie im Marslabor der Universität Basel getestet. Ein Forschungsteam um Geograf Nikolaus Kuhn hat zu diesem Zweck eine Marslandschaft in Witterswil nachgeahmt.

Test in möglichst marsähnlichen Verhältnissen

Auf dem Mars ist Rover «Rosalind Franklin» dann grösstenteils auf sich alleine gestellt. Die Senderantenne hat eine beschränkte Leistung, die solarbetriebenen Batterien auch. Wegen der Rotation des Planeten wird er während der Hälfte des Tages der Erde abgewandt sein.

Damit er Kontakt zur Kontrollstation aufnehmen kann, müssen seine Signale von einem Satelliten aufgegriffen werden, der den Mars umkreist und die Signale zur Erde weiterleitet. Die Forschenden haben gerade mal zehn Minuten pro Tag, an denen sie in Kontakt zu «Rosalind Franklin» stehen. Da darf nichts schiefgehen.

Im Witterswiler Marslabor werden die Bedingungen auf dem Planeten so genau wie möglich nachgebildet. Rote und graue Gesteine werden von Projektoren beleuchtet, welche die Lichtverhältnisse auf dem Planeten reproduzieren. Die Forschenden üben auf diesem nachgestellten Gelände das Navigieren des Rovers.

Dabei spielen die eingebauten Kameras eine zentrale Rolle: Eine Weitbildkamera soll anhand von Grossaufnahmen Hinweise geben, wo sich etwas Interessantes befinden könnte. Ein Spektrometer analysiert den Mineralbestand potenziell interessanter Gesteinsflächen.

Die Nahaufnahmen der Clupi sollen versteinerte Moleküle darstellen, die von lebenden Wesen hätten produziert werden können. «Rosalind Franklin» soll auch Gesteinsproben nehmen und analysieren. Der Geograf Nikolaus Kuhn sagt: «Wir müssen herausfinden, welche Aufnahmebedingungen für welche Gesteinsarten ideal sind.»

Forschende müssten während der Marsmission «anhand möglichst weniger Informationen möglichst präzise und schnell entscheiden können, welche Stellen uns interessieren könnten und wann es sich lohnt, näher ranzufahren und Aufnahmen zu machen». Einschränkungen gibt es zahlreiche: Neben der kurzen Kontaktzeit ist der Marsrover auch in der Datenmenge, die er senden kann, eingeschränkt.

Zweite Chance für eine europäische Marsmission

Die Marsexpeditionen ExoMars werden von der europäischen Weltraumorganisation ESA und deren russischem Pendant Roskosmos geführt. Im Oktober 2016 steckte es erste Verluste ein: Eine erste Sonde stürzte beim Landeversuch auf die Marsoberfläche und zerschellte.

Bei den Dutzenden Teams, die in diversen europäischen Universitäten oder Firmen am Projekt beteiligt waren, dürfte entsprechend eine gewisse Nervosität herrschen. Eine Forscherin bei Nikolaus Kuhn relativiert: «Auch wenn die Rakete abstürzt, werden wir wertvolle Erfahrungen gesammelt haben.»

Unterdessen warten Clupi und die anderen Messgeräte und Instrumente darauf, bis eine Protonrakete den «Rosalind Franklin» im kasachischen Baikonur ins All katapultiert. Ob er auf dem Mars heil ankommt, erfahren wir am 19. März 2021.

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