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Kameras statt Türgriffe

Thomas Geiger
SUV-Studie von Byton: ein Auto, das den Fahrer erkennt. Bild: PD (Bild: PD)

SUV-Studie von Byton: ein Auto, das den Fahrer erkennt. Bild: PD (Bild: PD)

Elektroauto Wer sich zum ersten Mal in die jetzt auf der CES enthüllte SUV-Studie von Byton setzt, der fühlt sich wie Captain Future auf einer Zeitreise. Denn so digital wie der 4,85 Meter lange Fünfsitzer und so vernetzt war noch kein anderes Auto.

Kein Wunder, schliesslich wollen die Chinesen, die für ihren Angriff auf Tesla & Co Manager aus dem Team von BMW i abgeworben haben, nicht nur saubere Mobilität bieten, sondern ein bislang ungeahntes digitales Erlebnis. «Unser Concept Car verbindet die digitale mit der automobilen Industrie in einer Art und Weise, die völlig neue Mobilitätserfahrungen ermöglicht», verspricht Firmenchef Carsten Breitfeld. Der Firmenname steht für «Bytes in Wheels», und im Cockpit prangt neben drei soliden Touchscreens der mit 125 mal 25 Zentimetern grösste Bildschirm, der es bislang in ein Auto geschafft hat. Die technischen Daten des schnittigen SUV sind weniger spektakulär: 520 Kilometer Reichweite mit 95 kWh grossen Akkus, 80 Prozent Ladung in 30 Minuten, 350 kW Leistung, 720 Nm Drehmoment – das kennt man auch von Tesla.

Doch was Byton sonst alles bieten will, klingt ziemlich einzigartig. Statt Türgriffen gibt es Kameras, die den Nutzer erkennen, ihm Einlass gewähren und nach einem gespeicherten Profil alle individuellen Einstellungen vornehmen. Bedient wird der Wagen vor allem mit Sprach-, Touch- und Gestensteuerung, und weil er Teil eines 5G-Netzwerkes ist, ist er ständig und überall online. Egal ob Kommunikation oder Infotainment, ja sogar die Gesundheitsdaten der Insassen stehen auf allen Geräten und an allen Orten der digitalen Lebenswelt zur Verfügung. Zwar hat es aus China schon viele ambitionierte Elektrostudien gegeben. Erst im letzten Jahr hat Faraday Future auf der CES ein grosses Strohfeuer entfacht, von dem nur noch ein Häufchen Asche übrig ist. Doch bei Byton strahlen die ehemaligen BMW-Manager eine schier unerschütterliche Zuversicht aus. Und zweitens entwickeln sie gerade eine eigene Plattform für ein Modell im Stil der SUV-Studie, die bereits 2019 in den Handel kommen soll. Gebaut in Nanjing soll es zuerst in China auf den Markt kommen, bereits 2020 aber auch in den USA und in Europa. Und bald darauf sollen erst eine Limousine und später ein Siebensitzer folgen.

Thomas Geiger

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