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Knoblauch – mehr als nur eine Einstiegsdroge

Gepflanzter Knoblauch, so hatte ich mir angelesen, helfe gegen Pilzkrankheiten. Das stimmt nicht ganz, doch weckte er die Freude am Gemüseernten.
Nicole Häfliger
Knoblauch schmeckt und kann im Garten auch als Fungizid eingesetzt werden. (Bilder: Getty)

Knoblauch schmeckt und kann im Garten auch als Fungizid eingesetzt werden. (Bilder: Getty)

Zum Gemüseanbau kam ich wie die Jungfrau zum Kinde. Ans Essen jedenfalls hatte ich nicht gedacht, als ich die Knoblauchknolle in der Hand hielt, eine Zehe nach der anderen abbrach und sie kreisförmig um meine Rosen in den Boden steckte. Mir ging es dabei einzig um die Gesundheit meiner Rosen, denn gepflanzter Knoblauch, so hatte ich mir angelesen, helfe gegen Pilzkrankheiten. Dass aus den Zehen Knollen würden, und man die nicht nur ernten, sondern gar für die Küche nutzen könnte, wäre mir dabei fast entgangen. Meine Mutter ermahnte mich glücklicherweise in dieser Sache. Und so erlebte ich zum ersten Mal dieses süchtig machende Hochgefühl, das einen bei der Gemüseernte überkommt: eine ganz eigene Mischung aus Dankbarkeit, Stolz und Freude.

Seit diesem denkwürdigen ersten Mal ist noch kein Septemberende vergangen, ohne dass ich Knoblauch gesteckt hätte, und dies mit eindeutig kulinarischen Absichten. In den letzten Jahren war das nötige Plätzchen problemlos zu finden, ob im Gemüsebeet, bei den Kräutern oder zwischen Zierpflanzen. Doch dieses Jahr wird es zum ersten Mal knifflig. Die Sache ist die: Knoblauch und seine Geschwister wie Zwiebeln und Lauch sollten frühestens nach vier Jahren wieder an derselben Stelle wachsen. Das führt unweigerlich zu einem Platzfindungsproblem, wenn der Garten zu klein ist.

Knoblauch mag es sonnig

Sie wollen es auch mal probieren? Seien Sie gewarnt, Knoblauch ist eine Einstiegsdroge, und kann zu veritablen Gemüsebeeten führen. Sie wollen trotzdem? Nun denn. Besorgen Sie sich eine oder mehr Knollen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft den etwas teureren, aber garantiert virusfreien Pflanzknoblauch, Wagemutigere begnügen sich mit europäischem Bioknoblauch für die Küche. Stecken Sie die Zehe – mit der Spitze nach oben – so tief, dass sie gerade mit Erde bedeckt ist. Beim Pflanzabstand muss man nicht zentimeterlen – nehmen Sie Ihre Handlänge als Massstab, das reicht vollauf. Knoblauch mag es gerne sonnig und gut genährt. Versehen Sie den Boden mit Kompost oder einem anderen organischen Dünger; falls Sie Rasenschnitt haben, bedecken Sie damit den Boden um die Zehen, das düngt auch ein bisschen (wenn Sie dies fortlaufend tun, müssen Sie auch kaum jäten). Und nun haben Sie – abgesehen vom Jäten – nichts mehr zu tun, bis der Juli und damit die Zeit fürs erntemässige Hochgefühl gekommen ist.

Zurück zum Anfang. Man soll nicht alles glauben, was man liest. Knoblauch kann als Fungizid eingesetzt werden, aber nicht, wenn er neben Rosen und anderen Zierpflanzen vor sich hin wächst, sondern indem ein Sud aus der Knolle hergestellt wird. Der antibiotisch und pilzabtötend wirkende Stoff Allicin wird nämlich erst dann gebildet, wenn die Knolle verletzt wird – zum Beispiel durch Anknabbern, Schneiden oder Zerquetschen.

Trotzdem hat das Pflanzen von Knoblauch um Rosen oder andere Zierpflanzen eine lange Tradition. So ist schon 1564 bei Levinus Lemnius zu lesen: «Knobloch neben den Rosenstreuchern in den Gärten beysammen gezeuget / machet die Rosen wolriechende / darumb / das der Knobloch durch seine Scherffe und eingepflanzte Hitze den Rosen eine Krafft und Stercke gibt.» Dass die Pflanzen wohlriechender würden, entzieht sich meiner Kenntnis, die «Kraft und Stärke» zumindest ist nicht aus der Luft gegriffen. So konnte in Studien nachgewiesen werden, dass sich der Anbau von Knoblauch äusserst positiv auf das Bodenleben auswirkt. Der Boden wird dadurch fruchtbarer und gesünder, und dies wiederum kommt den Pflanzen zugute, die darauf wachsen. Darüber freuen sich nun auch ein paar von meinen, denn inzwischen ist mir endlich eingefallen, wohin ich den Knoblauch dieses Jahr stecken kann. Na dann, auf ein gutes Stecken!

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