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Adieu, stilles Örtchen

Villa Kunterbunt
Bettina Kugler

Die meisten Whatsapp-Nachrichten werden auf dem Klo geschrieben. Ob das generell stimmt? Eins jedenfalls kann ich bestätigen: Das stille Örtchen ist ein guter Ort für Selbstentblössungen. Das kann sogar so weit gehen, dass ein praktisch neues, lang ersehntes Smartphone im Eifer des «Gedäumels» in die Schüssel fällt – oder aus der Gesässtasche, in der es lässig steckte. Als müsste gerade ein Versicherungswerbespot gedreht werden. Sowieso finden bei uns neuerdings häufig Fotoshootings hinter verschlossener WC-Tür statt. Nicht auf dem Klo! Aber vor dem Spiegel.

Als Schmollwinkel und Kurort für die Seele hat sich das WC früh bewährt – sobald das Töpfchentraining überstanden war. Irgendwann hatten die Mädchen durchschaut, dass man hier nicht nur hin muss, wenn man dringend muss. Sondern vielmehr ungestört lesen oder sich unter dem Vorwand unaufschiebbarer Geschäfte um ungeliebte Ämtli drücken kann – jedenfalls, wenn man Tochter ist. Unterdessen geht die Sehnsucht nach einem Ort, vertraut und naheliegend, doch ohne elterlichen Kontrollblick, so weit, dass hin und wieder abgeschlossen wird. Nicht zum Lesen. Lieber zum Whatsappen und Telefonieren, in ausreichend Sicherheitsabstand zum Klo. Adieu, stilles Örtchen ... Die Wände haben leider ziemlich gute Ohren.

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