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Villa Kunterbunt: Analoge Wonnen

Auch Digital Natives stricken gern. Wenn aber eine Masche fällt, ist die Steinzeitmutter leider keine grosse Hilfe.
Bettina Kugler

Tablet oder Purzelbaum? An dieser Frage scheiden sich die Geister, wenn es darum geht, was Kinder heute können sollen, und wann der richtige Zeitpunkt für den Erstkontakt mit elektronischen Geräten ist. Zugegeben, als digitale Einwanderin mit medialem Migrationshintergrund (vertraut mit Buch, Wählscheibe, handgeschriebenen Briefen) gehöre ich zu den Skeptikern einer allzu frühen Digitalisierung der Kindheit.

Abgrenzung von Familie Feuerstein

Das hat irgendwann zu einer gewissen Entfremdung mit den zwei digitalen Eingeborenen geführt, die ich zur Welt gebracht habe. «Du bist Steinzeit!», war noch eine der netteren Titulierungen. Immerhin können sich die Mädchen inzwischen, ausgestattet mit snapchatfähigen Geräten, etwas abgrenzen von ihrer Ursprungsfamilie Feuerstein. Der Purzelbaum klappt auch noch, gottlob.

Umso schöner die Erkenntnis, dass sie für analoge Wonnen durchaus zu haben sind. Altmodische Beschäftigungen wie Lismen zum Beispiel: Dafür lässt Antonia, 10, derzeit sogar Snapdays sausen und verzichtet aufs Filmchendrehen für Musical.ly (das, ja, ich weiss, schon wieder anders heisst). Blöd nur, wenn Toni eine Masche herunterfällt. Ihr Steinzeitmami nämlich, am Laptop hockend, hat das Nadelhandwerk längst verlernt. Und wer ist schuld? Na klar, die Digitalisierung und ihre ständig nötigen Updates.

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