Glosse

Bürgernähe ist nicht gefragt

Scharfgezeichnet

Kaspar Enz
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Die Polizei im Einsatz. © Urs Bucher/TAGBLATT

Die Polizei im Einsatz. © Urs Bucher/TAGBLATT

Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Die Polizei ist nicht überall beliebt: «Die kommen nie», «gleich wegrationalisieren», wetterten Internet-Kommentatoren kürzlich. Kein Wunder, hatte die St. Galler Stadtpolizei doch darauf verzichtet, dem Opfer einer Prügelei auf Drei Weieren beizustehen.

Da der Täter bereits über alle Hügel war, hätte die Aufwartung wenig gebracht, entschuldigte sich die Polizei. Da hat sie zwar recht. Doch wer sich Freund und Helfer nennt, sollte zumindest den Anschein erwecken, den Bürgern freundlich zur Seite zu stehen.

Dessen ist man sich jenseits des Rheins bewusst. Die Dornbirner «Schmier» erwartet von neuen Angestellten eine «bürgerfreundliche Einstellung» sowie «Einfühlungsvermögen».

Ostschweizer Korps interessieren sich eher für Handfestes. St. Galler Polizisten müssen mindestens 1,72 Meter gross sein, Polizistinnen werden schon mit 1,65 Metern zugelassen. Die Innerrhoder Ordnung darf hingegen schon hüten, wer etwas kleiner geraten ist. Gefühle und Einstellungen sind hingegen weniger gefragt.

Seien Sie deshalb vorsichtig, sollten Sie einem freundlichen Ordnungshüter begegnen. Es könnte sich um einen der falschen Polizisten handeln, die derzeit unter Vortäuschung falscher Bedrohungsszenarien und vorgespieltem Einfühlungsvermögen Rentner um ihr Erspartes bringen. Oder Sie haben sich verfahren und sind bereits in Vorarlberg.