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CHEFSACHE: Ruches Pfünderli

Chefredaktor Jérôme Martinu zum Wappengezänk der Gemeinde Kriens.
Jérôme Martinu, Chefredaktor
Jérôme Martinu

Jérôme Martinu

Kriens, über 27'000 Einwohner, viertgrösste Gemeinde in der Zentralschweiz. Dort, am Fuss des Pilatus, ereifern sich Politik und Experten gerade wegen der Neugestaltung des Gemeindewappens. Bisher übergab der heilige Gallus dem Bären ein gelbes, rundes Brot, gerne auch «goldenes Ei» genannt. Im neu entworfenen Wappen war’s dann ein Luzerner Weggen – bis der Einwohnerrat eingriff, den Auftrag zur Modifizierung auslöste und nun daraus ein normales, längliches Brot wurde. Den meisten Bürgern ist es wohl einerlei, ob im Wappen ein Weggen, ein ruches Pfünderli oder ein Vierkorn-Gemüse-Krustino abgebildet ist. Wohl wahr, es gäbe gewichtigere Angelegenheiten zu diskutieren.

Auf den ersten Blick kurios, steckt im Brotgezänk aber durchaus Substanz. Im Kern geht’s nämlich – ebenso wie im Krienser Hin und Her um die Bezeichnung «Gemeinde» oder «Stadt» – um Identifikation. Solche Debatten sind auch Ausdruck dafür, dass man an seiner Gemeinde hängt. Der Ort, an dem man wohnt, einkauft, Freund- und Bekanntschaften pflegt und vielleicht auch arbeitet, ist vielen sehr wichtig. Die einen drücken es in einer eher bewahrerischen Haltung aus, die anderen sehen das Wohl ihrer Kommune auch in der Veränderung, Modernisierung. Kein schlechtes Zeichen also, wenn auch solche kleinteiligen Kontroversen ausgetragen werden.

Übrigens:In frühmittelalterlichen Zeiten holte man sich zum Brotbacken ja nicht Hefe aus dem Kühlregal. Vielleicht ist das bisherige Krienser Wappen mit St. Gallus darum auch ganz nahe an der Realität: Ein Brotfladen ist es und kein goldenes Ei. Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende – und morgen Sonntag zur Zeitungslektüre mindestens ein grosses Stück Butterzopf.

Jérôme Martinu, Chefredaktor

jerome.martinu@luzernerzeitung.ch

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