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Kolumne

Darf man Vreni sagen?

RESTZUCKER
David Angst

Der Mann, der neben der Kirche in Wäldi wohnt, hat ein Problem. Jemand hat mit Hilfe einer Zeitschaltuhr die Kirchenglocken manipuliert. Dummerweise sind auf dem Gerät DNA-Spuren gefunden worden, die zu ihm passen. Er sagt zwar, er habe keine Ahnung, wie die Zeitschaltuhr in den Kirchturm bzw. seine DNA auf diese Uhr gekommen sei. Der Lärm der Kirchenglocken sei jedoch unerträglich. Das Urteil ist noch hängig. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Vielleicht landet der Fall ja bei Käthi. Darf man noch Käthi sagen? Die Frau, die im Bekanntenkreis so genannt wird, ist jetzt nämlich die höchste Richterin im Kanton und unterschreibt ihre Urteile unter dem Namen Anna Katharina. Und ihre Parteikollegin heisst im Nationalrat Verena. Aber wenn sie in der Regionalbibliothek Geschichten vorliest, darf man ihr dann Vreni sagen? Man würde es meinen. Oder hiess die berühmte Märlitante (und Frauenrechtlerin!) etwa Gertrud Gerster? Im Grossen Rat ist das alles ganz einfach. Da hat Heidi (und nicht etwa Adelheid) ihr Amt gerade an Turi übergeben. Spätestens in einem Jahr ist er mit dem ganzen Kanton duzis – und keiner wird ihn Arthur nennen. Nächstes Jahr wird es dann Kurt Baumann sein – oder darf man Kudi Buume sagen?

Bei Kilian Kesselring erstaunt weniger sein Vorname als sein Dienstgrad: General Wachtmeister. Nun ist jedem WK-Veteranen klar, dass in Friedenszeiten der Wachtmeister der wichtigste Dienstgrad ist, im Krieg aber der General. Einen Zwitter mit dem Schutz der Grenze zu betrauen, ist deshalb eher fahrlässig. Und so kam es auch, dass die Schweden 1633 ihren Waffenlauf auf der falschen Seite des Untersees veranstalteten. Was die Innerschweizer so zornig machte, dass sie den General Wachtmeister fast zu Tode folterten. Dass Krieg war, das hatte er nun kapiert. Aber wer Freund sei und wer Feind, dessen war er sich nicht mehr sicher.

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