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Kolumne

Der gute Ruf

Einblicke
Christian Peter Meier
Christian Peter Meier

Christian Peter Meier

Jüngst habe auch ich wieder zahlreiche Neujahrswünsche erhalten. Ich bin dankbar dafür. Denn sollten sie ihren Zweck auch nur halbwegs erfüllen, ist es um meine «Gesundheit», mein «Glück» und meine «Zufriedenheit» in den kommenden Monaten gut bestellt. Und optimistisch dürfte ich dann auch fest darauf vertrauen, meine «persönlichen wie beruflichen Ziele» zu erreichen.

Ein unkonventionelles, um nicht zu sagen irritierendes Schreiben zum Jahreswechsel erhielt ich von einem Consulting-Büro: Die Firma macht sich offenbar ernsthafte Sorgen um meinen guten Ruf. Denn sie wünscht mir im entsprechenden Schreiben unter anderem ein «Gespür» dafür, meinen Ruf als «kostbares Gut zu schützen und zu bewahren». Weitsicht und proaktives Handeln seien gefragt, «um Reputationsrisiken frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden». Wäre der Absender anonym, könnte man das fast schon als Drohung interpretieren …

Einen Denkanstoss liefert der unkonventionelle Neujahrswunsch allemal. Als Journalist bin ich ja manchen schon ganz grundsätzlich suspekt. Selbst wenn ich alles richtig mache. Mein Ansehen und mein guter Ruf sind also allein schon wegen meines Berufs dauernd in Gefahr – oder sie wurden womöglich bereits nachhaltig beschädigt. Das gilt umso mehr, seit Verschwörungstheoretiker und Demokratiefeinde (seriöse) Medien auch in unseren Breitengraden als Lügenpresse zu diskreditieren versuchen. Nicht einfacher wird die Situation, wenn ausgerechnet ein hochdekorierter «Spiegel»-Journalist in seinen Texten tatsächlich als notorischer Lügner entlarvt wird ...

In der Wahrnehmung des oben erwähnten Consulting-Büros hat es mir wahrscheinlich vor Jahrzehnten bei der Berufswahl an Weitsicht gefehlt. Sonst hätte ich den «Reputations­risiko»-Journalisten «frühzeitig erkennen und vermeiden» können.

Oder vielleicht ist ja alles ganz anders. Und um den guten Ruf unserer Branche, namentlich dieser Zeitung (und somit auch mir) steht es viel besser als skizziert. Optimistisch macht mich unter anderem der anhaltende Erfolg der LZ-Weihnachtsaktion. Er ist ein Indiz dafür, dass uns sehr viele Leserinnen und Leser vertrauen – hoffentlich nicht ausschliesslich wenn es um die verbrieft zu­verlässige Verwaltung und Verwendung von Spendengeldern geht.

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